Politik & Wirtschaft

Moderne Arbeitswelt: Routine war gestern © Deloitte/Flickr/andybient
Moderne Arbeitswelt: Routine war gestern © Deloitte/Flickr/andybient

Kooperationsmeldung

Leading Innovation Impulse: Komplexität braucht ein neues Sicherheitsverständnis

05.01.2018

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit dem TÜV AUSTRIA

Durch die gestiegene Datenmenge und die Volatilität und Mehrdeutigkeit einer immer dynamischeren Wirtschaft werden die bewährten Führungsprinzipien immer öfter in Frage gestellt. Hinzu kommt die Unübersichtlichkeit der Gesamtsituation: Zu komplex und volatil sind die Umgebungsbedingungen, um noch mit langfristiger Planung bearbeitbar zu sein. Selbst erfahrene und hochkompetente Führungskräfte müssen anerkennen, dass ihnen die Deutungshoheit über die Zusammenhänge zunehmend entgleitet: Das Schreckgespenst der Komplexität geht um. Widerstand scheint zwecklos, und vielleicht ist er sogar unangebracht. Der Erfolg der Zukunft liegt weniger darin, Komplexität zu bekämpfen, als vielmehr darin, sie freudvoll ins Unternehmen zu integrieren. Mehr denn je wird uns klar: So wie von der Planbarkeit müssen

wir uns in einer komplexen und vernetzten Welt auch von der absoluten Sicherheit verabschieden. Sie wandelt sich zu einer sozialen und technischen Konstruktion im Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Kontrolle einerseits und Freiheit andererseits. Der Handlungsbedarf wird dadurch nicht geringer, im Gegenteil: Sicherheit verändert sich von einem Zustand zu einem aktiven Prozess.

Und am Ende begreifen wir: Sicherheit lässt sich nicht durch hermetisches Abschirmen gegen die Risiken der Außenwelt erzeugen, sondern im Gegenteil durch aktive Integration dieser Einflüsse. So wie eine Impfung das Immunsystem erst irritiert und dann stärkt, brauchen Unternehmen störende Einflüsse, um ihre Zukunft abzusichern.

DI (FH) Andreas Gerstenmayer CEO AT&S AG: "Die Vielzahl der Aktivitäten zum Thema digitale Transformation im Unternehmen zeigt, dass man Sicherheit nicht mehr anlass- und projektbezogen betrachten kann. Es müssen solide Security-Prozesse und eine Up2Date Basisinfrastruktur zum Thema Security implementiert werden, damit man auf eine solide Basis neue Projekte aber auch Versuchsanordnungen und Pilotprojekte aufsetzen kann. Hier helfen Information Security Management Systeme und auch Zertifizierungen wie ISO 27001 um nachweisbare Unternehmensabläufe zu garantieren. Auch muss man mit zunehmender Digitalisierung sehr genau wissen, welche Assets im Unternehmen überhaupt schützenswert sind. Das gesamte Management muss sich zu diesem Schutz bekennen."

DI Armin Rau Geschäftsführer TRUMPF Maschinen Austria GmbH + Co KG: "Zunächst ist bei der digitalen Transformation die Sicherheit nicht offensichtlich und direkt im Fokus. Es geht zunächst primär um Automatisierung und Vernetzung. Die Vernetzung von Sensoren und Aktoren bietet jedoch die Möglichkeit, Redundanzen zu bilden, die zu neuen Sicherheitskonzepten führen. Hier ist der TÜV AUSTRIA gefordert. Das gilt ebenso bei neuen Automatisierungstechniken wie kooperative und kollaborierende Roboter. Auf der übergeordneten Ebene der Smart Factory, in der Maschinen vernetzt sind und zukünftig ganze Prozesse gesteuert werden, muss man über neue Sicherheitskonzepte nachdenken, da nicht mehr die einzelne Maschine im Fokus steht."

DI Dr. Stefan Haas, CEO TÜV AUSTRIA Gruppe: "Alles was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden. Somit findet zwangsweise die Konvergenz von Safety und Security statt. Dadurch, dass sicherheitsrelevante Funktionen vermehrt über Software hergestellt werden, entstehen auch neue Angriffsvektoren. Schon allein aufgrund dessen muss man sich mit dieser Thematik proaktiv beschäftigen. Sicherheit muss konzeptionell von Anfang an mit hinein gedacht werden, also "Safety & Security by Design"; als Beispiel beim Automatisierten Fahren oder bei der Mensch-Maschinen-Kollaboration. Sicherheit ist nichts Absolutes; es müssen neue Methoden zur Risikobewertung entwickelt werden, um die Aussage treffen zu können, wann ein System gerade ausreichend sicher ist."

DI Dr. Stefan Poledna Vorstand und Mitbegründer TTTech Computertechnik AG: "Es braucht sicher vermehrt resiliente Systeme, es braucht aber auch ein proaktives Vorgehen, indem in einem regelmäßigen Intervall der Zustand des Systems überprüft wird, um möglichst schnell reagieren und auch Fehler erkennen zu können. Selbst wenn etwas nicht passiert, kann das durchaus auch ein Fehler sein."

(Thematische Einführung von Franz Kühmayer, zukunftsInstitut)

Service: Dieser Beitrag ist Teil der Publikation "Leading Innovation Impulse aus dem TÜV AUSTRIA Innovationsbeirat: Band 1 - Sicherheit als Wegbereiter für die Digitale Transformation", weitere Informationen und Download unter: http://go.apa.at/4v71CAJM

Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung