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Faßmann geht mit Vielzahl an Empfehlungen "d
Faßmann geht mit Vielzahl an Empfehlungen "d'accord" © APA (Hochmuth)

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OECD-Länderbericht: Minister sehen gutes Zeugnis für Forschungssystem

13.12.2018

Als "wertvolle Systemanalyse" wertet Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) den in Wien vorgestellten OECD-Bericht zum heimischen Innovationssystem. Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) sprach von einem "guten Zeugnis", das aber auch Aufträge zur Weiterentwicklung enthalte. Im für Mai angepeilten Entwurf des Forschungsfinanzierungsgesetz werde man auf Vorschläge zurückgreifen.

Der von OECD-Experten im Auftrag des Bildungsministeriums in den vergangenen eineinhalb Jahren erstellte Bericht zum österreichischen Forschungs-, Technologie- und Innovationssystem (FTI) sei jedoch "kein Kochbuch für eine Umsetzung eins zu eins", sagte Faßmann. Mit den Grundzügen des Papiers, das ein wichtiger Orientierungspunkt für das Forschungsfinanzierungsgesetz und den Nachfolger der aktuellen FTI-Strategie sein soll, gehe er zum Großteil "d'accord".

Die von der Wissenschaftsforscherin und Vorsitzenden des Beratungsgremiums ERA-Council Forum Austria, Helga Nowotny, angeregte Gesamtüberprüfung des Systems von außerhalb liste laut Faßmann immerhin "71 detaillierte Empfehlungen" auf. Wichtige Punkte darin sind die stärkere Orientierung an der Wirkung (Output) von forschungspolitischen Maßnahmen und Investitionen, der Ausbau der Exzellenz, vor allem in der Grundlagenforschung, die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Technologieunternehmen, der bessere Transfer von Wissen aus der Forschung in die Wirtschaft oder die Stärkung des Hochschul- und Bildungssystems.

Exzellenzinitiative in Ausarbeitung

Um die Qualität der Forschung weiter anzuheben, empfiehlt das unter der Leitung von Gernot Hutschenreiter, OECD-Abteilungsleiter für "Innovation Policy Reviews", erstellte Papier auch eine über den auf Grundlagenforschung spezialisierten Wissenschaftsfonds FWF abgewickelte österreichische Exzellenzinitiative. Diese wird gerade ausgearbeitet und könnte laut Faßmann auch "ein 'Upgrading' des FWF-Budgets" mit sich bringen. Die Effekte der Umsetzung der neuen Universitätsfinanzierung genau zu beobachten und gegebenenfalls den Anteil der im Wettbewerb vergebenen Mittel zu erhöhen, wäre "sicher kein Malheur", so der Bildungsminister.

Hofer zeigte sich "stolz" angesichts der in den vergangenen Jahrzehnten stark angewachsenen Forschungsquote, die laut einer aktuellen Prognose heuer bei 3,19 Prozent liegen wird. Man stehe hier auf einer soliden Basis, "um den Aufholprozess weiterzuführen", müsse man aber gut überlegen, wie etwa heimische Unternehmen besser gefördert werden können. In Sachen Digitalisierung stehe man vor "großen Herausforderungen". Die OECD bescheinige hier zwar "gutes Vorankommen, aber auch großen Aufholbedarf", sagte Hofer.

Investitionen auf den Boden bringen

Österreich sei im FTI-Bereich zweifelsohne bisher "sehr weit gekommen", sollte jetzt aber weiter "nach vorne schauen" und die bisherigen Investitionen sozusagen auf den Boden bringen, so der stellvertretende Direktor für Wissenschaft, Technologie und Innovation der OECD, Dirk Pilat. Dementsprechend ziehe sich das Credo "from Input to Impact" durch den ganzen Bericht, sagte Hutschenreiter.

Die heimische Forschungspolitik könne auch durchaus mehr mit Schwerpunktsetzungen in Richtung neuer Märkte und in Richtung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen "experimentieren", so der Experte. Ein Stück Skepsis äußerte allerdings Faßmann, "weil ich nie ganz an die Weisheit derer glaube, die diese Themen definieren".

Der Startschuss zur Erarbeitung des Nachfolgers der 2020 auslaufenden FTI-Strategie werde am 14. Dezember im Rahmen der Europatagung des Bildungsministeriums erfolgen. Beim Forschungsfinanzierungsgesetz sei man jedenfalls "gut unterwegs", so Faßmann. Mit dem Gesetz komme auch eine "klarere Abgrenzung der Zuständigkeiten" und "eine Konsolidierung der Programme", wie Hofer ankündigte.

Service: Der Bericht findet sich online unter: http://go.apa.at/cIXRwGRX

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