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Österreichs Firmen bekommen Draht zu Forschung in Baden-Württemberg

05.10.2017

Österreichs Firmen bekommen einen direkten Draht zu Forschung und Innovationen in Baden-Württemberg. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat dazu mit dem Industrie- und Handelskammertag des deutschen Bundeslandes (BWIHK) ein Technologieabkommen geschlossen. Für WKÖ-Präsident Christoph Leitl ist das eine "Traumhochzeit".

Baden-Württemberg hat knapp 11 Mio. Einwohner und 650.000 Unternehmen und wäre alleine gerechnet das fünftwichtigste Exportziel Österreichs. Außerdem werden 4,8 Prozent der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung investiert - damit ist das deutsche Bundesland alleiniger Spitzenreiter aller Regionen in der EU. Österreich mit seinen 500.000 Unternehmen sei aber ein ebenbürtiger Partner, meint Leitl und verweist darauf, dass die Steiermark ihrerseits auf eine Forschungsquote von 4,5 Prozent komme. Für ganz Österreich liegt sie bei 3 Prozent. In Baden-Württemberg wie in Österreich sind die Autoindustrie und Zulieferer stark vertreten, ihre Produkte dominieren den bilateralen Handel.

Auch Wolfgang Grenke, Präsident des BWIHK, findet, das Technologieabkommen komme "genau zur richtigen Zeit". Denn Baden-Württemberg habe zwar eine sehr hohe Forschungsquote, aber "die Investitionen bei kleinen Unternehmen sind uns zu gering". Geforscht werde vor allem bei den großen Unternehmen. Diese "Innovationsschere" könne auch für Österreich ein Thema sein, behoben werden könne sie am besten durch Kooperationen, sagte Grenke nach der Unterzeichnung des Abkommens am Donnerstag in Wien vor Journalisten. Entsprechende Vorteile erwartet er sich vom Abkommen für die Firmen seines Bundeslandes.

Zugang zu Forschungseinrichtungen

Das Abkommen eröffnet österreichischen Firmen den Zugang zu Forschungseinrichtungen in der Region Karlsruhe und Recherchemöglichkeiten nach Ansprechpartnern, Fachexperten und Kompetenzen von Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz. Hier ist eine Ausweitung auf österreichische Forschungseinrichtungen geplant.

Im Gegenzug bekommen Firmen aus Baden-Württemberg Einblick in österreichische Förderprogramme zu Forschung und Innovationen. Sie können die Forschungsinfrastrukturdatenbank einsehen und bekommen eine Förderberatung. Gemeinsame Veranstaltungen und ein fachlicher Austausch und Weiterbildung sind geplant.

Die zusätzlichen Kosten für die unbefristete Zusammenarbeit wird die WKÖ aus ihrem Budget für Außenwirtschaft (70 Mio. Euro) und go international (15 Mio. Euro) abdecken. "An den finanziellen Ressourcen wird es nicht scheitern", versichert Leitl. Der BWIHK habe eine - vom Verfassungsgericht bestätigte - Pflichtmitgliedschaft, wie die WKÖ auch. "Vor diesem Hintergrund können wir in Ruhe weiterarbeiten", sagt Grenke.

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