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Breite Palette an Szenarien denkbar © APA (Gindl)
Breite Palette an Szenarien denkbar © APA (Gindl)

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Paris-Ziele: Vage Länderzusagen könnten auch zu Emissions-Plus führen

06.06.2017

Unabhängig von den Fragezeichen, die der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Austritt aus dem Pariser Klimavertrag mit sich bringt, sehen Forscher viel Unsicherheit bezüglich der Wirkung des Abkommens. In einer im Fachblatt "Nature Communications" veröffentlichten Studie zeigen sie, dass die zugesagten Emissionsbegrenzungen paradoxerweise sogar zu einem CO2-Emissionsanstieg führen könnten.

Das Pariser Abkommen wurde mit dem Ziel geschlossen, dass die Erderwärmung Ende des Jahrhunderts zumindest nicht mehr als zwei Grad über dem Niveau vor Beginn der industriellen Revolution liegen soll. Dazu braucht es eine weltweite Eindämmung des Ausstoßes des Treibhausgases CO2. Im Rahmen der Vereinbarung geben die Länder "nationalen Beiträge" (Nationally Determined Contributions, NDCs, Anm.) ab, in denen sie ihre Pläne zur Emissions-Reduktion darlegen.

Ein Forschungsteam um Studienleiter Joeri Rogelj vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien hat auf Basis der NDCs berechnet, wie sich der tatsächliche CO2-Ausstoß in Zukunft verändern könnte. Dabei zeigte sich, dass aufgrund der teilweise unpräzise formulierten Zusagen eine breite Palette an Szenarien denkbar ist.

Ausstoß zwischen 47 und 63 Mrd. Tonnen

Im Jahr 2030 könnten demnach zwischen 47 und 63 Mrd. Tonnen CO2 ausgestoßen werden, wie es in einer Aussendung des IIASA heißt. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurden geschätzte 52 Mrd. Tonnen CO2 freigesetzt. Der Analyse zufolge sind also Reduktionen von bis zu zehn Prozent ebenso möglich, wie Erhöhungen um 20 Prozent gegenüber dem Niveau von 2015.

Mit einfachen Konkretisierungen und klareren Richtlinien für die NDCs könnte die Unsicherheit in den Vorhersagen jedoch um zehn Prozent reduziert werden, so die Forscher. Klar sei, dass unter diesen Voraussetzungen das Zwei-Grad-Ziel nur schwer erreicht werden wird. Die Länder müssten dazu entweder ihre Zusagen von 2030 verbindlicher gestalten oder nach 2030 ihre Anstrengungen um das Vier- bis 25-fache erhöhen.

Service: http://dx.doi.org/10.1038/ncomms15748

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