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Jonas untersucht die Funktionsweise neuronaler Mikroschaltkreise © IST Austria
Jonas untersucht die Funktionsweise neuronaler Mikroschaltkreise © IST Austria

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Peter Jonas erhält Erwin Schrödinger-Preis der ÖAW

03.12.2018

Peter Jonas, Professor am Institute of Science and Technology Austria (IST Austria), erhält den Erwin Schrödinger-Preis der ÖAW. Der Erwin Schrödinger-Preis geht 2018 zu gleichen Teilen an Peter Jonas und Elly Tanaka, Biochemikerin am IMP. Jonas wird für seine hervorragenden Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Neurowissenschaften, insbesondere für seinen maßgeblichen Beitrag zum Verständnis der synaptischen Signalverarbeitung auf molekularer und zellulärer Ebene, ausgezeichnet.

Peter Jonas untersucht die Funktionsweise neuronaler Mikroschaltkreise. Sie zu verstehen ist eine der größten Herausforderungen in den Biowissenschaften im 21. Jahrhundert, denn das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Neuronen, die an Billiarden (1015) Kontaktstellen miteinander in Verbindung stehen.

Diese Kontaktstellen zwischen Neuronen, genannt Synapsen, werden in zwei Arten unterteilt: exzitatorische Synapsen, die den Neurotransmitter Glutamat ausschütten, und inhibitorische Synapsen, die den Neurotransmitter gamma-Aminobuttersäure (kurz GABA) ausschütten. Die Forschungsgruppe von Peter Jonas untersucht die Mechanismen der synaptischen Signale an diesen hoch spezialisierten Kontaktstellen im Gehirn. Zu diesem Zweck setzen sie modernste Methoden ein, u.a. Aufzeichnungsverfahren für mehrere Zellen, subzelluläre Patch-Clamp-Technik, bildgebende Verfahren zur Bestimmung der intrazellulären Kalziumkonzentration und Modellbildungen.

Peter Jonas erforscht den Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion von Synapsen. Er konnte dabei unter anderem die erstaunliche Energieeffizienz der Signalübertragung zeigen. Seine Forschungen über Mechanismen des Speicherns, Abrufens und der Unterscheidung von Erinnerungen im Hippocampus, einer für das Gedächtnis essentiellen Hirnregion, können auch zum Verständnis der Mechanismen, die Hirnerkrankungen zugrunde liegen, beitragen.

Der Erwin Schrödinger-Preis

Der Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wird an Gelehrte vergeben, die in Österreich wirken und hervorragende wissenschaftliche Leistungen in den von der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der ÖAW im weitesten Sinne vertretenen Fächern vollbracht haben.

Zur Person

Peter Jonas hat das Medizinstudium 1987 an der Universität Gießen abgeschlossen. Von 1988-1989 war er Postdoc am Physiologischen Institut der Universität Gießen, und von 1990-1994 Assistent in der Gruppe des Nobelpreisträgers Bert Sakmann am Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung in Heidelberg. Nach seiner Habilitation 1992 an der Universität Heidelberg und einer weiteren Station an der TU München war er von 1995-2010 Professor und Leiter des Physiologischen Institutes an der Universität Freiburg. 2010 wurde Peter Jonas als erster Neurowissenschaftler ans IST Austria berufen und ist seither als Professor am Aufbau des Institutes beteiligt.

Peter Jonas ist Mitglied der Nationalen Akademie Leopoldina, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Academia Europaea. Peter Jonas wurde ausgezeichnet mit dem Wittgenstein-Preis des FWF (2016), dem Adolf Fick Preis (2009), dem Tsuming Tu Preis (Taiwan, 2007), dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG (2006), dem Heinz Maier Leibnitz-Preis (1994) und dem Max-Planck Forschungspreis für internationale Kooperation (1998). Jonas erhielt 2011 und 2016 ERC Advanced Grants.

Über das IST Austria

Das Institute of Science and Technology (IST Austria) in Klosterneuburg ist ein Forschungsinstitut mit eigenem Promotionsrecht. Das 2009 eröffnete Institut widmet sich der Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik. Das Institut beschäftigt ProfessorInnen nach einem Tenure-Track-Modell und Post-DoktorandInnen sowie PhD StudentInnen in einer internationalen Graduate School. Neben dem Bekenntnis zum Prinzip der Grundlagenforschung, die rein durch wissenschaftliche Neugier getrieben wird, hält das Institut die Rechte an allen resultierenden Entdeckungen und fördert deren Verwertung. Der erste Präsident ist Thomas Henzinger, ein renommierter Computerwissenschaftler und vormals Professor an der University of California in Berkeley, USA, und der EPFL in Lausanne. [http://www.ist.ac.at] (http://www.ist.ac.at/)

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Rückfragehinweis:
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Dr. Elisabeth Guggenberger
Media Relations Manager
02243 9000 1199
elisabeth.guggenberger@ist.ac.at
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