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Sojus-Fehlstart - Russland leitet strafrechtliche Ermittlungen ein

12.10.2018

Russische Ermittler haben eine strafrechtliche Untersuchung des gescheiterten Starts einer Sojus-Rakete angekündigt. "Beamte untersuchen derzeit den Startplatz, Dokumente wurden beschlagnahmt", erklärte der Ermittlungsausschuss. Eine Sonderkommission sei eingerichtet worden. Die Untersuchung soll demnach klären, ob beim Bau der Rakete Sicherheitsbestimmungen missachtet wurden.

Ein Triebwerksproblem hatte die Zwei-Mann-Besatzung der Rakete kurz nach dem Start zur Notlandung gezwungen. Der US-Astronaut Nick Hague und sein russischer Kollege Alexej Owtschinin konnten nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos unversehrt in Kasachstan landen. Roskosmos erklärte, "zum Zeitpunkt des Starts" sei eine "ungewöhnliche Lage" eingetreten, die Rettungssysteme seien aktiviert worden.

In den vergangenen Jahren musste die russische Raumfahrt mehrere Rückschläge verkraften. Dazu zählen der Verlust von Satelliten und 2011 der Absturz eines unbemannten Raumtransporters vom Typ Progress M-12M auf dem Weg zur ISS. Schon damals wurden weitere Starts von Sojus-Raketen vorübergehend ausgesetzt.

Russland prüft Aussetzen auch von Versorgungsflügen

Russland prüft einem Medienbericht zufolge nach der "Sojus"-Panne den vorübergehenden Stopp auch der unbemannten "Sojus"-Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS. Die Transporte könnten bis Ende dieses Jahres ausgesetzt werden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Insider.

Russland versorgt die ISS mit Lebensmitteln und anderem Material und transportiert als einziges Land Besatzungsmitglieder zur Raumstation und wieder zurück zur Erde. Die Versorgungsflüge sind unbemannt. Die derzeit dreiköpfige Besatzung auf der ISS verfüge über ausreichend Proviant, berichtete Tass unter Berufung auf Insider.

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