Politik & Wirtschaft

APA

Studie: Regionen mit Nutzen aus EU-Förderungen wählen pro-europäisch

03.12.2018

Die Bewohner von Regionen, die von EU-Förderungen profitieren, wählen stärker pro-europäisch. Dies zeigt eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien zu Frankreich. In acht von 21 Regionen hätten EU-Fördermittel zu mehr Beschäftigung geführt - und eben dort habe der pro-europäische Kandidat Emmanuel Macron bei der Präsidentenwahl 2017 signifikant mehr Stimmen erhalten.

Regionen, die weniger EU-Förderungen bekamen, hätten in größerem Ausmaß die EU-skeptische Kandidatin Marine Le Pen gewählt, berichtet WU-Professor Harald Oberhofer, der die Studie gemeinsam mit der Wissenschafterin Julia Bachtrögler durchführte. "In Zahlen heißt das: 1 Prozent mehr Beschäftigte aufgrund der EU-Förderungen reduzierte den WählerInnen-Anteil von Le Pen um ca. 0,2 Prozentpunkte und erhöhte die Stimmen für Macron um bis zu 0,1 Prozentpunkte."

Positive Wahrnehmung durch Verbesserung der wirtschaftlichen Situation

Oberhofer schließt daraus, dass pro-europäische Politikerinnen dann positiver von der Bevölkerung wahrgenommen werden, "wenn die politischen Maßnahmen der EU tatsächlich die wirtschaftliche Situation in der direkten Umgebung verbessern". Die Studie zeigt nämlich auch, dass es zwischen der Höhe der Regionalfördermittel und dem Stimmenanteil Macrons an sich keinen signifikanten Zusammenhang gibt.

Im Fall Le Pens stellten die Autoren auch einen Vergleich mit der Präsidentenwahl 2012 an. Im Durchschnitt legte die Rechtspopulistin bei der Wahl 2017 um 3,7 Prozentpunkte zu. In jenen Regionen, in denen es einen positiven Beschäftigungseffekt durch die EU-Förderungen gegeben habe, sei diese Zunahme geringer ausgefallen.

Für die Studie wurden die EU-Regionalförderzahlungen der Jahre 2007 bis 2013 untersucht. Im Durchschnitt wurden in Frankreich in diesem Zeitraum 82 Euro pro Person an Regionalförderungen ausgezahlt, doch lag die Bandbreite zwischen drei Euro in der Hauptstadtregion Ile de France und 359 Euro auf Korsika. Um die Effektivität der Fördermittel zu untersuchen, wurden 1.383 Unternehmen, die EU-Gelder erhalten hatten, mit insgesamt 123.167 weiteren Unternehmen verglichen. Dabei habe sich entgegen bisherigen Studien gezeigt, dass Förderungen allein in puncto Beschäftigung Verbesserungen gebracht hätten.

Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung