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Türkische Akademiker im Hungerstreik erbitten Solidarität

10.05.2017

Zwei Monate nach dem Antritt ihres Hungerstreiks haben zwei türkische Akademiker zu internationaler Solidarität aufgerufen. Mit dem Hungerstreik wollten sie auf ihre "illegale, ungerechte Entlassung" durch Notstandsdekrete aufmerksam machen, teilten die Dozentin Nuriye Gülmen und der Grundschullehrer Semih Özakca kürzlich mit.

Gülmen und Özkaca sind zwei von Tausenden, die nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 wegen Putschverdachts auf der Grundlage von Notstandsdekreten entlassen wurden. Am 9. März waren beide in der Hauptstadt Ankara öffentlich in den Hungerstreik getreten.

Ihr Gesundheitszustand sei kritisch, sagte Onur Naci Karahanci von der Türkischen Ärztekammer in Ankara der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. "Nach 60 Tagen ist die Gefahr für Herz und Kreislauf sehr hoch", sagte Karahanci. Seit dem Beginn des Hungerstreiks nähmen Gülmen und Özkaca nur Wasser, Zucker, Salz und Vitamin B zu sich.

Auch Karahanci wünschte sich mehr Aufmerksamkeit aus dem Ausland: "Es gibt nicht viel, was wir als Mediziner im Moment für die beiden tun können. Es ist an der Zeit, Druck auf die türkische Regierung zu machen, damit Nuriye Gülmen und Semih Özakca ihren Job zurückbekommen."

Seit dem Putschversuch waren nach Regierungsangaben mehr als 100.000 Staatsbedienstete wegen angeblicher Verbindungen zur Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen suspendiert worden. Die türkische Führung macht den in den USA lebenden Gülen für den gescheiterten Putsch verantwortlich.

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