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"Outgoing" reicht nicht mehr - nun wird auch Wissen von draußen reingeholt © APA (Fohringer)
"Outgoing" reicht nicht mehr - nun wird auch Wissen von draußen reingeholt © APA (Fohringer)

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WKÖ will noch heuer mit Welt-Unis Kooperationen starten

20.04.2017

Die Außenwirtschaft Austria der Wirtschaftskammer (WKÖ) wird künftig auch eine Innovationsagentur. Diese Aufgabe kommt durch die Wirtschaftskammerreform zu den beiden bisherigen als Internationalisierungsagentur sowie Impulsgeberin und Strategieentwicklerin dazu. Das kündigten WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Außenwirtschaftschef Walter Koren vor Journalisten in Wien an.

Die Definition der Kammer über neue Leistungen ist Leitls Antwort an Kritiker des Kammersystems, wie er ausführte. Die Internationalisierungsagentur soll den Zugang und den Einstieg für Österreich und österreichische Firmen in Spitzenforschungsfelder ermöglichen. Es geht um den Zugang zu Wissen und zu Innovationspotenzialen, führte Leitl aus. "Österreich muss wieder in eine Pionierposition, wir müssen Vorläufer sein."

MIT, Stanford University und ETH Zürich

Dafür plant die Außenwirtschaft Austria mit ihrer neuen Schiene Kooperationen mit Universitäten von Weltrang. Hier geht es in den USA um Kooperationen mit dem MIT in Boston und der Stanford University im Silicon Valley. In Europa verhandelt man eine Kooperation mit der ETH Zürich. In Asien geht es um eine Zusammenarbeit mit der Singapore Nanyang Technological University, die am ganzen Kontinent vernetzt ist. Das Einfädeln der Kooperationen als "vier Leuchttürme" der Innovationsagentur wird rund eine Million Euro kosten so Leitl. "Bis Jahresende sollen diese vier Leuchttürme errichtet werden."

Weitere ein bis zwei Millionen Euro pro Jahr sollen in rund 100 "Positionslichter" investiert werden, die in den kommenden beiden Jahren installiert werden sollen. "Das wird ein weltweites Netzwerk mit wesentlichen Stakeholdern im Wissenschafts- und Forschungsbereich: So wollen wir Megatrends nicht nur erkennen, sondern den Entwicklungsverlauf analysieren, definieren und kanalisieren", sagte Leitl. "Wir können es genau so gut wie der Innovationsweltmeister Schweiz - dafür schaffen wir die Rahmenbedingungen."

"Wir wollen so nicht nur Österreich in der Welt positionieren, sondern die Welt auch in Österreich", betonte Leitl. Vorhandenes Wissen solle nach Österreich, um es für neue Produkte und Dienstleistungen zu kombinieren.

"Bringen Innovationen rein"

Koren sagte, dass die Innovationen nicht nur zu Austro-Unternehmen gebracht werden sollen, sondern auch zu heimischen Institutionen und freilich auch in Abteilungen der WKÖ-Organisation. Auch würden 25 Außenwirtschaftscenter zu Service- und Innovationscentern. Sei bisher der Fokus auf "Outgoing" gelegen, so würde die Perspektive nun zusätzlich auch umgedreht: "Wir bringen Innovationen, Wissen von draußen rein - kundenorientiert, bedarfsgerecht."

Die Umsetzung stärke langfristig den Standort Österreich, so Leitl. Die Reform der WKÖ zur "WKO 4.0" setze mit dem zusätzlichen Geschäftsfeld der Internationalisierungsagentur einen entscheidenden Schritt Richtung Zukunft.

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