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Weltklimarat - Kohlendioxid aus der Luft ziehen als mögliche Lösung

08.10.2018

Falls der Mensch den Kohlendioxid-Ausstoß nicht schnell genug senkt, hoffen einige Experten auf andere Mittel zum Klimaschutz. Die meisten Techniken sind jedoch nicht im großen Maßstab erprobt, umstritten und bergen hohe Risiken. Der Weltklimarat ist in seinem neuen Report bei vielen zurückhaltend.

Pflanzen ziehen CO2 aus der Luft. Einige IPCC-Szenarien rechnen daher mit Aufforstung oder der Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme. Wälder hätten auch Vorteile für Biodiversität, Bodenqualität und lokale Ernährungssicherheit, sagte die Referentin für Internationale Klimapolitik bei der deutschen Heinrich-Böll-Stiftung, Linda Schneider. Allerdings nimmt ein Wald, ist er einmal gewachsen, kaum noch zusätzliches CO2 auf. Effektiv ist es, keine Wälder mehr zu zerstören.

Bioenergy with Carbon Capture and Storage

Erprobt wird derzeit der Anbau und das Verbrennen von Pflanzen. Das entstehende CO2 müsste dann in tiefen Lagern gespeichert werden. Die Technik nennt sich Bioenergie mit CO2-Abscheidung und Speichern im Boden (Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS). Sie braucht Ackerfläche und möglicherweise Dünger. Denkbar ist die Verwertung von Abfällen etwa aus Forstwirtschaft und Haushalt, was aber nur kleine CO2-Mengen entzieht. Ebenfalls erforscht werden Techniken, um die CO2-Aufnahmefähigkeit von Böden zu fördern - etwa durch Einbringen von teilverbrannten Pflanzen oder Mineralien, die CO2 binden.

Beim sogenannten Geoengineering könnten zum Beispiel Teilchen in die Luft geblasen werden, die Sonnenlicht zurückstrahlen und so die Erdtemperatur senken. Bei solchen Techniken gibt es laut IPCC "große Unsicherheiten, Wissenslücken und erhebliche Risiken". Er bezog sie daher gar nicht in den Report ein. Sie würden zudem die Ozeanversauerung nicht aufhalten.

Eine weiterer Möglichkeit zur CO2-Reduktion könnte Algendüngung sein. Algen nehmen beim Wachsen ebenfalls CO2 auf. Die Düngung mit Eisen ist aber ein großer Eingriff in ein Ökosystem und noch unzureichend erprobt.

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