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Arianespace hofft auf mehr öffentliche Aufträge © APA (AFP)
Arianespace hofft auf mehr öffentliche Aufträge © APA (AFP)

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Weltraumkonferenz "EUspace" in Graz gestartet

05.11.2018

Die Entwicklung der europäischen Raumfahrtpolitik ist am Montag auf der Weltraumkonferenz "EUspace" in Graz diskutiert worden. Im Zentrum stand u.a. die Frage, wie die europäische Raumfahrtwirtschaft im verschärften Wettbewerb internationaler kommerzieller Raumfahrtunternehmen gestärkt werden kann. Die Konferenz im Zuge des österreichischen EU-Ratsvorsitzes wird am Dienstag fortgesetzt.

China und Indien greifen nach den Sternen, Russland will schon in ein paar Jahren Weltraumausflüge für Touristen anbieten und 2023 will das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX einen Weltraum-Touristen auf eine Reise rund um den Mond schicken: Der Fokus der Grazer Tagung lag auf diesen und weiteren Herausforderungen und Konsequenzen des fundamentalen Wandels der Raumfahrt auf die EU-Raumfahrtpolitik und die europäische Weltraumindustrie. Erst jüngst hat der europäische Raketenbetreiber Arianespace angesichts wachsender Konkurrenz von privaten US-Unternehmen mehr öffentliche Aufträge aus Europa gefordert.

"Stärkung europäischer Ambitionen"

"Die Stärkung der europäischen Ambitionen im Weltraum ist das oberste Ziel der Konferenz", erklärte der österreichische Infrastruktur- und Weltraumminister Norbert Hofer (FPÖ) im Rahmen des Pressegespräches anlässlich der Konferenz. "Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir das Unternehmertum in der Weltraumindustrie fördern und auf diese Weise Raumfahrt-Start-ups unterstützen", betonte EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. Die Europäische Kommission habe eine deutliche Erhöhung des gesamten EU-Raumfahrtbudgets vorgeschlagen. Bis Dienstag diskutieren hochrangige Redner in der Grazer Helmut-List-Halle über die Details der EU-Raumfahrtpolitik.

Viele Dinge in unserer Gesellschaft - von Telekommunikation über Satellitennavigation bis zur Erdbeobachtung - beruhen auf Weltraumsystemen oder weltraumgestützten Technologien. Die zunehmende Abhängigkeit solcher Weltrauminfrastrukturen werfe auch eine Reihe neuer Fragen hinsichtlich der Sicherheit Europas auf. Hier gelte es, die möglichen Konsequenzen für die Weltraumsicherheit zu diskutieren", gab EU-Kommissarin Bienkowska einen Ausblick auf das weitere Programm.

Die europäische Raumfahrtindustrie brauche langfristige Stabilität und Vorhersagbarkeit der öffentlichen Haushalte, hob Hofer weiters hervor. "Der mehrjährige Finanzrahmen der EU und die langfristigen Pläne der ESA werden dies ermöglichen", zeigte sich der Minister in Graz optimistisch.

120 Unternehmen im Weltraumsektor

Das Infrastrukturministerium, das seit 2014 auch offiziell das Weltraumministerium ist, finanziert Programme der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit und ermöglicht dadurch österreichischen Betrieben eine Teilnahme an ESA-Missionen. So stammen etwa die Treibstoffleitungen oder auch Ventile für den Flüssigantrieb der Trägerrakete Ariane 5 von heimischen Unternehmen. Im heimischen Weltraumsektor sind laut Hofer 120 Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktiv. Der Gesamtumsatz der Branche betrage rund 125 Millionen Euro im Jahr.

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