Politik & Wirtschaft

Kooperationsmeldung

Wir haben Bildung gewählt: Initiative NEUSTART SCHULE präsentiert 5 Bildungsbaustellen für jede neue Regierung.

18.10.2017

Diese Meldung ist Teil einer Medienkooperation mit der Industriellenvereinigung

Im vergangenen Wahlkampf spielten Bildungsthemen nur eine untergeordnete Rolle, mit den Nationalratswahlen am 15. Oktober wurden nunmehr die Weichen für eine neue Legislaturperiode gestellt. Die Initiative NEUSTART SCHULE konzentriert sich unmittelbar nach der Wahl auf fünf Bildungsbaustellen, die nun jede Regierung unabhängig ihrer Parteienkonstellation angehen muss. Denn Bildung sichert gesellschaftlichen Zusammenhalt, Demokratie und Wohlstand.

Bereits seit Anfang September verfolgte die Initiative den Wahlkampf mit Blick auf die österreichische Bildungspolitik und präsentierte heute jene 5 Schwerpunktthemen, die es für erfolgreiche und zukunftstaugliche Bildungspolitik in Österreich braucht. Der gemeinsame Tenor in Richtung der politisch Verantwortlichen: Die zukunftsorientierte Gestaltung von Bildung ist die beste Garantie, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen!

Gemeinsame Ziele

Wie der Neustart in der bevorstehenden Legislaturperiode gelingen könne, dazu hat Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung, eine genaue Vorstellung: "Die vergangene Legislaturperiode hat es wieder einmal gezeigt: Ideologische Grabenkämpfe und gegenseitige Blockaden bringen uns nicht weiter. Wir brauchen einen Neustart für mehr Qualität in der Grundbildung. Dafür brauchen wir zu aller erst ein gemeinsames Ziel und erst dann die Ableitung von Maßnahmen." Zum Start dieser Legislaturperiode spricht er sich für einen parteien- und institutionenübergreifenden Dialogprozess aus, der sich mit der Frage beschäftigt, was wir uns von Bildung in Österreich eigentlich erwarten. "Mit dem Ergebnis dieses Dialogs wird es möglich sein, eine Bildungspolitik zu gestalten, die nicht nur für eine Legislaturperiode Gültigkeit hat." Christiane Spiel, Bildungspsychologin an der Uni Wien, konkretisiert: "Erst wenn das gemeinsame Ziel feststeht muss – forschungs- und erfahrungsbasiert – ausgelotet werden, welche Maßnahmen sich zur Erreichung eignen. Dafür muss eine Implementierungsstrategie entwickelt werden, in die sämtliche Beteiligtengruppen eingebunden sind."

Qualitätsoffensive in der Elementarbildung und verlässliche Grundbildung

Gute Elementarbildung ist das Fundament für einen erfolgreichen Übertritt in die Schule, für die frühe Förderung von Begabungen und für faire Bildungschancen. Investitionen zahlen sich in diesem Feld am meisten aus – für Kinder, Familien, Gesellschaft und Wirtschaft. Dafür brauche es eine breit angelegte Qualitätsoffensive. Heidi Schrodt, Vorsitzende von Bildung Grenzenlos, spricht sich für geeignete Rahmenbedingungen aus: "Elementarbildung muss als Bundeskompetenz beim Bildungsministerium angesiedelt sein, die Investitionen müssen angehoben werden." Auf die Umsetzung des 2. verpflichtenden Kindergartenjahres warte man bereits seit der letzten Legislaturperiode. Gabriele Bäck, Geschäftsführerin des Charlotte-Bühler-Instituts und Expertin für qualitätsvolle Elementarbildung, spezifiziert: "Ein gemeinsames Ziel muss es sein, die Ausbildungsqualität für Elementarpädagoginnen und -pädagogen anzuheben, es braucht einen Ausbau der Lehrstühle und endlich einen einheitlichen, bundesweiten Qualitätsrahmen." Eine Bildungskarriere sollte allen Kindern und Jugendlichen die Basis für ein selbstbestimmtes und selbstbefähigtes Leben mitgeben. Hannes Androsch, Initiator des Volksbegehren Bildungsinitiative, spricht sich für einen gemeinsam verabschiedeten Mindeststandard am Ende der heutigen Pflichtschulzeit aus. "Mit Einführung einer bildungstypenübergreifenden Bildungspflicht würde es nicht mehr passieren, dass Kinder und Jugendliche nach 9 Jahren einfach aus dem System ausscheiden." Ein anschlussfähiges Wissens- und Kompetenzniveau könne durch einen formalen Grundbildungsnachweis erzielt werden.

Mehr Spitze und Breite, fit für das 21. Jahrhundert

Bildungseinrichtungen bilden die Gesellschaft in ihrer Heterogenität ab und kultivieren die Unterschiedlichkeit der einzelnen Individuen. "Den Spagat zwischen der Förderung von Talenten und der Unterstützung von Schwächeren schaffen wir ausschließlich durch Individualisierung", so Walter Emberger, Geschäftsführer von Teach for Austria. Spitze und Breite bräuchten allerdings entsprechende Rahmenbedingungen, so Ottacher weiter: "Wir müssen die administrative Unterstützung zur Entlastung des pädagogischen Personals ausbauen, multiprofessionelle Teams einsetzen, die personelle und finanzielle Schulautonomie weiterentwickeln und es braucht neue Finanzierungsmodelle für Kindergärten und Schulen." Vor dem Hintergrund unserer immer stärker vernetzten Wissensgesellschaft fordert Markus Gull, Präsident der Julius Raab Stiftung, eine Modernisierung der Allgemeinbildung: "Das Erkennen komplexer Sachverhalte und Zusammenhänge gelingt nur mit zeitgemäßen Inhalten und Kompetenzen die – eingebettet in modernen Unterricht – Perspektivenvielfalt und Vernetzung vermitteln." Zeitgemäße Inhalte seien für ihn etwa Wirtschaftsbildung, Science & Technology, Digitalisierung und Medien genauso wie Wertebildung und Ethik. Martina Piok, Koordinatorin der LehrerInneninitiative COOL, weiß wie der Transfer in den Unterricht gelingt: "Neben dem herkömmlichen Unterricht brauchen wir neue Settings, um diese Inhalte vermitteln zu können: fächerübergreifend, handlungsorientiert und aktivierend." Dies könne nur dann gelingen, wenn in Bildungseinrichtungen mehr Teamkultur Einzug findet und Pädagogik eine gute organisatorische Einbettung erfährt.

Tragfähige Entscheidungen, die halten – über Parteigrenzen und politische Konstellationen hinweg

Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, betont abschließend, dass die zivilgesellschaftliche Expertise mit Blick auf die Zukunft und ihre Herausforderungen unbedingt eingebunden werden muss. Und zwar indem sich im Bildungsbereich alle Entscheiderinnen und Entscheider, alle Betroffenen, an einen Tisch setzen. "Wir müssen zusammen daran arbeiten, dass Bildung in Österreich als DER zentrale Zukunftswert gesehen und Österreich zur Bildungsnation Nummer 1 wird. Die Plattform NEUSTART SCHULE ist quasi das Best Practice dafür, dass sich unterschiedlichste Organisationen und Richtungen bei gewissen Themen im Sinne eines gemeinsamen Anliegens einigen können."

Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner • Hannes Androsch, Volksbegehren Bildungsinitiative, Initiator • Elisabeth Anselm, Hilfswerk Österreich, Geschäftsführerin • Gabriele Bäck, Charlotte Bühler Institut, Geschäftsführerin • Walter Emberger, Teach for Austria, Geschäftsführer • Markus Gull, Julius Raab Stiftung, Präsident • Georg Kapsch, Industriellenvereinigung, Präsident • Martina Piok, COOL - cooperatives offenes lernen, Koordination LehrerInneninitiative • Heidi Schrodt, Bildung Grenzenlos, Vorsitzende • Christiane Spiel, Universität Wien, Institut für Angewandte Psychologie

Über NEUSTART SCHULE

NEUSTART SCHULE ist eine Initiative der Industriellenvereinigung und ihrer Partner, die Bewegung in die österreichische Bildungspolitik bringt. Sie thematisiert die Zukunft von Bildung in Österreich und wird bisher von rund 24.000 Personen unterstützt. Ziel von NEUSTART SCHULE ist es, mit der Unterstützung von Partnern, Experten und Expertinnen und der Bevölkerung auf die Notwendigkeit einer Bildungsreform aufmerksam zu machen und die Politik dafür zu gewinnen. Weitere Informationen unter www.neustart-schule.at und auf Facebook unter www.facebook.com/neustartschule.

Sämtliche Pressematerialien, druckfähige Fotos und Forderungskatalog zum Download unter www.neustart-schule.at/presse

Alle NEUSTART SCHULE Aktivitäten zur Nationalratswahl 2017 unter www.neustart-schule.at/wahl2017

Rückfragehinweis:
   Mag. Tina Dworschak
   Leitung NEUSTART SCHULE
   Mobil: +43 664-8412950
   mailto:t.dworschak@neustart-schule.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/18067/aom

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