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Wirtschaftsvertreter für höheres EU-Forschungsbudget

07.06.2018

Die geplante Erhöhung des EU-Forschungsbudgets auf knapp 100 Mrd. Euro in der Finanzperiode 2021 bis 2027 ist weitgehend begrüßt worden. Allerdings forderten Wirtschaftsvertreter noch mehr EU-Gelder. Der ÖVP-Europaabgeordnete Paul Rübig sieht in dem Entwurf eine "akzeptable Verhandlungsgrundlage".

"Die EU-Kommission rückt damit Forschung und Innovation, die einen starken Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Europas und Österreichs leisten, in den Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Agenda", sagte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Harald Mahrer. "Schon im noch laufenden Vorgängerprogramm "Horizon 2020" (2014-2020) konnten bis März 2018 insgesamt mehr als 870 Mio. Euro nach Österreich geholt werden", sagte Mahrer. "Die Verbesserung der Innovationsfähigkeit Europas ist ein klarer Mehrwert, für den ein Gesamtbudget von 97,9 Mrd. Euro am Ende nicht ausreichend sein mag."

Rübig verlangte noch mehr Forschungsmittel als die 50-prozentige Steigerung im Entwurf der EU-Kommission. "Der Förderbezug muss vereinfacht werden und die Verzahnung mit nationalen und privatwirtschaftlichen Initiativen zur Forschungsförderung muss optimiert werden", sagte er. Die bisher durchgeführten Projekte funktionierten zwar erstklassig und hätten Spitzenergebnisse gebracht. Aber mangels ausreichenden Budgets hätten zu wenige Projekte umgesetzt werden können, sagte Rübig.

Die Europäische Kommission habe erkannt, dass Ausgaben für Forschung und Entwicklung nur dann etwas brächten, wenn die Ergebnisse in Innovation und Geschäftsmöglichkeiten umgesetzt würden, erklärte Ulrike Rabmer-Koller, die Präsidentin des Europäischen KMU- und Handwerksverbands UEAPME. Für Europas kleinere und mittlere Unternehmen sei die starke Ausrichtung auf Innovation sehr positiv. "Sowohl der lösungsorientierte Ansatz für die angewandte Forschung als auch die Schaffung eines Europäischen Innovationsrats, der auf die Förderung marktwirtschaftlicher Innovationen abzielt, werden das Interesse innovativer KMU an Horizon Europe erhöhen", so Rabmer-Koller. Eine ambitioniertere Mittelzuweisung wäre jedoch wünschenswert.

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