Politik & Wirtschaft

Partnermeldung

uniview-Dossier "Mein Business": "Nicht zu viel auf einmal wollen"

30.08.2017

Im Dossier "Mein Business" stellen Alumni der Universität Wien ihr Start-up vor und verraten Tipps und Tricks für (zukünftige) GründerInnen. Das Dossier läuft in Kooperation zwischen dem uni:view-Magazin, der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung und dem Alumniverband.

Mit dem Teegetränk all i need gründete Thomas Miksits gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Alexander Jiresch bereits sein zweites Unternehmen. Dass es gelingt, mit fairem Handel und Bildungsprojekten auch die Erzeuger der Rohstoffe in den Herkunftsländern zu unterstützen, freut ihn besonders.

uniview: Sie haben 2010 Ihr Unternehmen gegründet. Wie sind Sie auf die Idee gekommen - und wann stand fest: Wir gründen eine Firma?

Thomas Miksits: Mein Geschäftspartner Alexander Jiresch und ich haben schon vor all i need ein Unternehmen gegründet, das Bio-Automaten an Unis, in Schulen und Betrieben aufgestellt hat. Auf der Suche nach den passenden Produkten für diese Automaten ist uns aufgefallen, dass es kein Getränk gab, das wirklich unseren Vorstellungen entsprach - hohe Qualität, biologisch und fair, guter Geschmack, ansprechendes Design. Und auch mir persönlich hat ein solches Getränk gefehlt. Daher haben Alex und ich beschlossen, es einfach selbst zu kreieren. Wir haben dann einige Zeit in der Teeküche herumexperimentiert, bis wir die perfekte Mischung gefunden haben. Im Herbst 2010 war es dann so weit und wir haben all i need gegründet - wir stellen hochwertige Teegetränke her. Unsere wichtigsten Werte sind Nachhaltigkeit, höchste Qualität, Bio, fairer Handel und faire Produktion; außerdem sind alle unsere Produkte vegan.

uniview: Sie haben Internationale Betriebswirtschaft an der Universität Wien studiert. Inwiefern hat Ihr Studium beim Weg in die Selbstständigkeit eine Rolle gespielt?

Miksits: Es war sicher hilfreich, die wirtschaftlichen Grundkenntnisse und das Wissen um wirtschaftliche Zusammenhänge zu haben, die im Zuge eines Wirtschaftsstudiums vermittelt werden. Außerdem habe ich an der Uni auch gelernt, selbstständig zu arbeiten und mich selbst zu organisieren.

uniview: Haben Sie sich das Gründen so vorgestellt?

Miksits: Ehrlich gesagt hatte ich keine konkreten Vorstellungen darüber, wie das Gründen sein würde. Ich habe mir nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht, sondern das Ganze einfach in Angriff genommen, weil ich begeistert von unserer Idee war und überzeugt davon, diese auch umsetzen zu können.

uniview: Was war für Sie die größte Herausforderung?

Miksits: Die größte Herausforderung war, wie wahrscheinlich bei fast jeder Unternehmensgründung, die Finanzierung. Es war nicht leicht, die nötigen finanziellen Mittel auf die Beine zu stellen und auch die passenden Leute zu finden, die man von der eigenen Idee überzeugen kann. Auch das Führen von Mitarbeitern war für mich anfangs eine große Herausforderung, hier musste ich viel "on the job" lernen.

uniview: Ihr schönster Augenblick?

Miksits: Da gibt es sehr viele. Einer der schönsten Momente war mit Sicherheit, als ich das erste Mal eine Dose all i need im Regal eines Supermarktes gesehen habe. Und auch die Reisen, die wir immer wieder in die Herkunftsländer unserer Rohstoffe machen, sind für mich großartig. Wir besuchen dort die Kleinbauern-Kooperativen, die unsere Produkte anbauen, und es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, was man mit fairem Handel und dem Bezug von Bio-Produkten in armen Regionen bewirken kann. Und wir sehen uns die Sozialprojekte an, die all i need unterstützt. Besonders schön war für mich die Reise mit meiner Familie nach Sri Lanka, wo wir auch eines der von all i need geförderten Bildungsprojekte besucht haben. Dabei konnte ich meinem Sohn zeigen, was wir mit unserem Engagement bewegen können und das war ein tolles Gefühl.

uniview: Welche Tipps würden Sie Ihrem damaligen "Gründer-Ich" aus heutiger Sicht geben?

Miksits: Am ehesten würde ich ihm raten, nicht zu viel auf einmal erreichen zu wollen und nicht immer zu versuchen, alles so früh und schnell wie möglich zu machen. Manchmal ist es besser, man lässt sich etwas Zeit mit bestimmten Schritten, plant und durchdenkt die Dinge, bevor man alles überstürzt.

Steckbrief

Name: Thomas Miksits

Alter: 36

Studium: Internationale Betriebswirtschaft

Gründungsjahr: 2010

Mein Business: all i need beverage GmbH

Mein Motto: Habe ich keines

Mein Tipp für GründerInnen: Das Wichtigste ist, immer an seine Idee und an sich selbst zu glauben. Wenn man eine gute Idee hat, die man unbedingt umsetzen möchte, dann sollte man sich nicht davor fürchten, den Schritt ins Ungewisse zu machen und es einfach zu wagen. Man sollte keine Angst vor dem Scheitern haben, das hemmt einen nur. Und vor allem ist es wichtig, dass man immer Spaß an dem hat, was man tut.

Das E-Mail-Interview führte Siegrun Herzog (Alumniverband der Universität Wien)

Service: Storytelling für Gründerinnen, Best Practice Beispiele aus dem Bereich Social Entrepreneurship und alles Wissenswerte zur Vereinsgründung - das und vieles mehr zum Thema Gründen bieten die Workshops des neuen WTZ Ost Weiterbildungsprogramm 2017/18 ab Herbst. Zur Anmeldung: http://www.wtz-ost.at/veranstaltungen/

Zum Onlineartikel: http://go.apa.at/gdAR7KMn

Quelle: uni:view, 30. August 2017

STICHWÖRTER
Universität  | Entdeckungen und Innovationen  | Wien  | Bildung  | Schule  | Hochschulwesen  | Wissenschaft  | Forschung  |
Weitere Meldungen aus Politik & Wirtschaft
APA
Partnermeldung