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VP-nahe Schülervertreter wollen Mix mit Regelunterricht © APA (dpa)
VP-nahe Schülervertreter wollen Mix mit Regelunterricht © APA (dpa)

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Schülerunion will Vorbereitungsklassen für Flüchtlinge

16.03.2017

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 10/2017 und nicht zwingend tagesaktuell

Das Gros der Wiener Schüler, Eltern und Lehrer wünscht sich, dass Flüchtlinge eigene Vorbereitungsklassen an den Schulen besuchen, bis sie dem regulären Unterricht folgen können. Das zeigt eine Umfrage der VP-nahen Schülerunion unter 10.000 Personen. Derzeit fänden Deutschklassen oft außerhalb der Schulen statt, was zu Ausgrenzung statt Integration führe, kritisiert Landesobmann Ebrahim Radwan.

Acht von zehn der Befragten wünschen sich solche Vorbereitungsklassen für die derzeit rund 3.600 Kinder und Jugendlichen, die als Flüchtlinge nach Wien gekommen sind. Das Konzept der Wiener Schülerunion sieht laut Presseunterlagen vor, dass bei Erreichen des nötigen Sprachniveaus jederzeit ein Wechsel in eine "leistungsgerechte und altersgerechte" Regelklasse möglich ist.

Plan für relativ durchlässiges System

Ebenfalls rund 80 Prozent der Umfrageteilnehmer können sich sogenannten Gemeinschaftsunterricht vorstellen. Dabei sollen Flüchtlinge in Fächern wie Werken, Turnen, Zeichnen und Englisch, in denen Deutsch nicht ausschlaggebend ist, den Regelunterricht besuchen. Dadurch sollen sie Kontakte zu den anderen Schülern aufbauen können und später der Umstieg in die regulären Klassen leichter gelingen.

Knapp drei Viertel der Befragten sind außerdem dafür, dass Schüler Flüchtlinge freiwillig über ein Buddy-System bei Problemen in und außerhalb der Schule unterstützen. Als Form der Anerkennung wünscht sich die Wiener Schülerunion, dass dieses Engagement auch im Zeugnis vermerkt wird.

Forderung nach mehr Lehrerfortbildung in dem Bereich

Ebenfalls wichtig ist den Befragten die Lehrerfortbildung, jeder Zweite fordert hier mehr Angebote. Geht es nach der Schülerunion, sollten sie dabei vor allem in interkulturellem Dialog geschult werden und Konzepte erlernen, wie sie auf die Flüchtlinge eingehen können, ohne dabei andere Schüler zu vernachlässigen. 51 Prozent treten außerdem für mehr Sozialarbeiter an den Schulen ein.

In ihren bisherigen Forderungen bestätigt sieht sich die Wiener FPÖ durch die Umfrage: Man trete schon seit Jahren für separate Vorbereitungsklassen ein. Der freiheitliche Klubobmann im Rathaus, Dominik Nepp, hat per Aussendung für die kommende Gemeinderatssitzung einen dringlichen Antrag auf eigene "Deutschlernklassen" an den Wiener Schulen angekündigt.

Noch fünf "Flüchtlingsklassen" in Wien

Die SPÖ befürwortet prinzipiell das Modell, bei dem Flüchtlinge direkt in Regelklassen eingeschult werden. Um nicht bestehende Klassen auseinanderzureißen, wurden allerdings nach der großen Fluchtbewegung 2016 vereinzelt reine Flüchtlingsklassen eingerichtet. Derzeit gibt es noch fünf solche Klassen in Wien.

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