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Land Steiermark zeichnete Forschung in sechs Kategorien aus

13.11.2017

Sechs steirische Forscher sind mit den neuen "Themenspezifischen Forschungspreisen" des Landes Steiermark ausgezeichnet worden. Die Preise in der Höhe von insgesamt 43.000 Euro gingen an Emrah Eroglu, Christoph Grimmer, Tobias Madl, Susanne Seifert, Daniel Tinello und Gernot Voitic.

Die Auszeichnungen wurden analog zu den Forschungs-Kompetenzfeldern des Landes in den Kategorien "Human", "Brain", "Earth", "Digital", "Industry" und "Mobility" vergeben (jeweils 5.000 Euro). Der Verfahrenstechniker Christoph Grimmer (TU Graz) und die Sprachwissenschafterin Susanne Seifert (Universität Graz) erhielten überdies den "Landespreis für Forschung" (jeweils zusätzlich 5.000 Euro).

Die Patholinguistin Seifert hat am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft ein Förderkonzept zur Verbesserung des Lesefähigkeit in sprachlich gemischten Grundschulklassen entwickelt. Nach der Beurteilung des Leseniveaus zu Beginn der zweiten Schulstufe wird dabei der jeweils vorhandene Wortschatz durch differenzierte Lesetexte gesteigert. In einem ersten Testdurchlauf mit 159 Kindern habe sich gezeigt, dass damit sowohl der Wortschatz als auch die Lesefähigkeit im Vergleich zu regulärem Unterricht verbessert werden konnte, hielt die Jury fest.

Direkt-Brennstoffzelle auf Basis einer ionischen Flüssigkeit

Grimmer vom Institut für Chemische Verfahrenstechnik der TU Graz hat eine Direkt-Brennstoffzelle auf Basis einer ionischen Flüssigkeit entwickelt und als Prototyp realisiert. Sie kann die gespeicherte Energie laut Jury hocheffizient und passiv, das heißt ohne jegliche Peripherie, in Gleichstrom umwandeln. Da noch dazu auf Platin als Elektrokatalysator verzichtet wurde, habe eine signifikante Kostenreduktion erreicht werden können. Alternativ könne die untersuchte ionische Flüssigkeit als Wasserstoffspeichermedium verwendet werden. Grimmer hat für seine Dissertation zusätzlich auch noch den Nachwuchspreis in der Höhe von 3.000 Euro zuerkannt bekommen.

Emrah Eroglu hat am Institut für Molekularbiologie und Biochemie der Med-Uni Graz einen Biosensor entwickelt, der den Nachweis von minimalsten Stickstoffmonoxid-Konzentrationen in menschlichenden Zellen ermöglichen soll. Gernot Voitic beschäftigt sich am TU-Institut für chemische Verfahrenstechnik mit der Entwicklung eines Systems zur dezentralen Erzeugung von reinem Wasserstoff aus einem Synthesegas. Er konnte maßgebliche Effizienzsteigerungen zu reduzierten Kosten erreichen.

Schnelle Strukturbestimmung von Proteinen

Einen Weg, der die schnelle Strukturbestimmung von Proteinen ermöglicht, hat Tobias Madl (Institut für Molekularbiologie und Biochemie) entwickelt. Er hat einen Ansatz gefunden, wie die dreidimensionalen Strukturen dieser Biomoleküle rechnerisch vorhergesagt werden können. Daniel Tinello vom Institut für Technische Logistik der TU Graz widmet sich die Frage, wie Fabriken von Anfang an so geplant werden können, dass die Abläufe auch bei Veränderungen wie Vergrößerungen ohne Störung weiterfunktionieren. Er hat in der Natur nach Prinzipien gesucht. In seiner Fallstudie konnten durch ein bio-inspiriertes Verfahren und mit Strukturen, die u.a. auf Spinnennetze und Nautilus-Muscheln basieren, sogar mehr als 43 Prozent der internen Transportkosten eingespart werden.

Die Bestimmung der Preisträger erfolgte durch Fachjurys. Bewertet wurde nach den Kriterien Innovationsgrad, Vernetzbarkeit in Entwicklung und Anwendung, Nutzen der Arbeit für Mensch, Gesellschaft sowie für Industrie und Wirtschaft und Nachhaltigkeit der Entwicklung der verwendeten Technologie. Insgesamt gab es mehr als 50 Einreichungen.

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