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Gleich drei Fellowships gehen nach Innsbruck © APA (Techt)
Gleich drei Fellowships gehen nach Innsbruck © APA (Techt)

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Neue Spin-Off-Initiative fördert erste Projekte

17.05.2018

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 19/2018 und nicht zwingend tagesaktuell

Die im Vorjahr gestartete Initiative "Spin-off-Fellowships" fördert die ersten Projekte an Hochschulen. Mit insgesamt 2,7 Mio. Euro werden acht Projekte unterstützt, durch die innerhalb der nächsten 18 Monate Forschungsergebnisse in Unternehmensgründungen transformiert werden sollen.

Mit dem von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelten Programm soll eine Brücke zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung geschlagen werden, betonte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) kürzlich bei einer Pressekonferenz. In diesem Bereich ortete er in Österreich trotz positiver Entwicklung in den vergangenen Jahren "einen gewissen Aufholbedarf".

Bis zu 500.000 Euro für Weiterentwicklung

Durch das von der ETH Zürich importierte Programm erhalten Forscher oder Studenten für die Weiterentwicklung ihrer Ideen in Richtung Ausgründung bis zu 500.000 Euro. Gleichzeitig werden sie von der Lehre und Forschungsaufgaben freigestellt, um aus ihren Forschungsergebnissen ein verwertbares Produkt zu machen. "In diesen 18 Monaten soll es der klare Wunsch sein, in Richtung einer Unternehmensgründung zu gehen", betonte FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. Gefördert werden sowohl die Kosten des Fellows als auch Entwicklungskosten und Drittleistungen.

Insgesamt werden in fünf Ausschreibungsrunden 15 Mio. Euro an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen vergeben. Die ersten acht geförderten Projekte (aus insgesamt 35 Anträgen) stammen alle von Universitäten. Gleich drei Fellowships sicherte sich die Uni Innsbruck, jeweils eines ging an die Universität Wien, die Universität für Bodenkultur, die Technische Universität Wien, die Universität Linz und die Montanuni Leoben.

Egerth wünschte sich dabei, dass der Erhalt eines Spin-off-Fellowships für eine Universität die gleiche Auszeichnung darstellt wie das Einwerben eines ERC-Grants (Förderung des Europäischen Forschungsrats, Anm.). Der Rektor der Uni Wien, Heinz Engl, sah die Aufgabe der Unis zunächst einmal in der Grundlagenforschung: "Weil radikale Innovationen aus zweckfreier Grundlagenforschung entstehen." Anschließend brauche es aber diverse Mechanismen zur Weiterentwicklung der Ideen, für die es schon derzeit diverse Förderschienen etwa des Wissenschaftsfonds FWF, der FFG oder der Christian-Doppler-Gesellschaft gebe. Die neuen Fellowships sah Engl - in seiner Zeit als Industriemathematiker selbst Unternehmensgründer - als "Seed Money", also Startkapital.

Scheitern als Karriereschritt

Richtig Mut machte der Dekan der Chemie-Fakultät der Uni Wien, Bernhard Keppler, einem mit einem Fellowship bedachten Forscherteam seiner Einrichtung. In Österreich würden sich durchaus viele Forscher Gedanken über eine Unternehmensgründung machen. "Die Frage ist nur immer: Wie wirkt sich das auf meine Karriere aus?" Das Scheitern eines solchen Projekts werde nicht als Karriereschritt gesehen. "Und die meisten Start-Ups scheitern eben. Es fehlt die Kultur, dieses Scheitern auch als Karriereschritt zu sehen - damit es das nächste Mal eben klappt."

Die beiden Chemiker Thomas Werzer und Michael Nardai wollen in ihrem Projekt "Immuno QCM" die Blutwäsche (Apherese) bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen effizienter gestalten. Diese wird derzeit mittels teurer Filter durchgeführt, deren Wirkung mit der Zeit stark abnimmt. Mit einem speziellen Sensor soll nun bestimmt werden, wann der optimale Zeitpunkt für den Filtertausch ansteht - damit könne einerseits die Lebensqualität der Patienten verbessert und andererseits Kosten im Gesundheitssystem gespart werden.

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