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1938/2018 - Gedenken an "80 Jahre Anschluss" in der Hofburg

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20.02.2018
  • Wien (APA) - Das offizielle Österreich begeht den 12. März mit einem Staatsakt in der Hofburg. Bundespräsident Alexander Van der Bellen lädt zu einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des "Anschlusses" an Nazi-Deutschland. Eingeweiht wird dabei auch eine Installation auf jenem Balkon am Heldenplatz, von dem aus Adolf Hitler drei Tage nach dem Einmarsch deutscher Truppen den "Anschluss" verkündet hat.

  • Der Gedenkakt im Zeremoniensaal der Hofburg beginnt um 11.00 Uhr und wird live auf ORF 2 übertragen. Im Eingangsbereich können die geladenen Gäste zwei Ausstellungen sehen, wie der Sprecher des Bundespräsidenten der APA sagte: "Die Gerechten", über Österreicher, die Juden vor den Nationalsozialisten gerettet haben, und "Darüber Sprechen" - ebenfalls eine Wanderausstellung, in der Zeitzeugen zu Wort kommen.

  • Der Einmarsch deutscher Truppen am 12. März 1938 markierte das Ende der Ersten Republik. Schon am Vorabend hatte Bundespräsident Wilhelm Miklas den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart zum Bundeskanzler gemacht, nachdem Kurt Schuschnig unter deutschem Druck abgetreten war. Drei Tage nach dem Einmarsch verkündete Adolf Hitler am Heldenplatz den "Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich".

  • Den Balkon, von dem Hitler seine berühmt-berüchtigten Rede gehalten hat, besucht Van der Bellen unmittelbar nach der Gedenkveranstaltung: Das ab November in der Hofburg geplante "Haus der Geschichte" hat dort nämlich eine Klanginstallation initiiert, die im Rahmen der Gedenkveranstaltung eingeweiht wird.

  • Ebenfalls geplant - aber noch ohne Details - ist eine Gedenkveranstaltung des Parlaments zum "Anschluss". Und bereits am 5. März gedenkt das Parlament des Endes der Demokratie im Jahr 1933. Damals ließ der christlich-soziale Kanzler Engelbert Dolfuß das Parlament ausschalten, den Verfassungsgerichtshof entmachten und schließlich eine neue, autoritäre Verfassung ("Ständestaat") ausarbeiten. Das Parlament plant dazu nun eine Lesung aus den Protokollen der letzten Nationalratssitzung im März 1933 sowie eine Diskussion mit dem Politikwissenschafter Anton Pelinka und den Historikern Ernst Bruckmüller und Lothar Höbelt.