Kultur & Gesellschaft

APA

300 Jahre Maria Theresia - Sakrale Bezüge im Stift Klosterneuburg

20.03.2017

"Kirche, Kloster, Kaiserin - Maria Theresia und das sakrale Österreich": Unter diesem Titel widmet sich das Stift Klosterneuburg in seiner Jahresausstellung - bis 15. November - der kirchlichen Kultur der Epoche der Monarchin. Anlass ist der 300. Geburtstag der Habsburgerin (1717-1780), die 40 Jahre lang regierte.

Der von der Sala terrena aus erste Teil der Präsentation und zugleich ein Schwerpunkt liegt auf der barocken Textilkunst. Wie Kurator Wolfgang Huber bei einer Presseführung vor der offiziellen Eröffnung erläuterte, war Maria Theresia zutiefst gläubig. Ausdruck ihrer Frömmigkeit war ihre Stiftungstätigkeit. So haben sich im gesamten Bereich der österreichisch-ungarischen Monarchie sakrale Textilien erhalten, die auf Stiftungen der Herrscherin zurückgehen - zu erkennen an eingestickten Initialen.

Zahlreiche prachtvoll gestickte, sakrale Gewänder aus den Kronländern sind zu bewundern, darunter eine laut Huber "Super-Entdeckung" in Form von "Seidenstickerei allerhöchster Qualität" aus der Pfarre Hietzing, zu der Schloss Schönbrunn gehörte. Die sogenannte Maria Theresien-Kasel aus der stiftlichen Schatzkammer stammt aus der Textilwerkstatt des Klosters der Englischen Fräulein in St. Pölten, in das eine Hofdame und Freundin der Monarchin eingetreten war. Liturgische Gerätschaften und Kunstwerke legen Zeugnis vom hohen Stellenwert der kirchlichen Repräsentation im frühen 18. Jahrhundert ab.

Aus der vorjährigen Sonderschau zum im Stift aufbewahrten Erzherzoghut übernommen wurde der Erbhuldigungszug, der Maria Theresia in einer Sänfte zeigt. Vor dem Marmorsaal finden sich weitere Exponate, ehe der Besucher in dem Prunkraum nach oben - oder in einen in der Mitte platzierten Spiegel blicken sollte: Das Deckenfresko von Daniel Gran aus 1749 hat ebenfalls persönlichen Bezug zu Maria Theresia - sie ist in einer Allegorie "verpackt", so Huber.

Kaiserzimmer nahezu unverändert erhalten

Den prädestinierten Rahmen für den weiteren Abschnitt der Schau bilden die Kaiserzimmer des Stiftes Klosterneuburg. Die Räume sind das einzige innenarchitektonische Residenzensemble, das aus der Regierungszeit Kaiser Karls VI., des Vaters von Maria Theresia, nahezu unverändert erhalten geblieben ist. Mit dem Tod von Kaiser Karl VI., Maria Theresias Vater, endete der barocke Ausbau des Stiftes.

Maria Theresia war als junges Mädchen auch bei den jährlichen Wallfahrten des Hofes nach Klosterneuburg ans Grab des hl. Leopold dabei. Das alljährliche, pompöse Zeremoniell am 15. November (Sterbetag des Babenbergerherzogs) mit Hoftafel, zu der u.a. hunderte frische Austern bestellt wurden, hatte laut dem Kurator immer weniger mit Heiligenverehrung zu tun und wurde 1765 von der Monarchin abgeschafft. Das bedeutete eine finanzielle Entlastung für die Augustiner-Chorherren: Hatten sie doch vorab eine Liste bekommen, wie viele Silbermünzen für Spenden bereitzustellen waren.

Im letzten Raum der Zimmerflucht, einem Eckzimmer mit Ausblick auf die Klosterneuburger Au, finden sich Gemälde und Büsten ihrer engsten Vorfahren. Besondere "Schätze" sind vier persönliche Gegenstände der Regentin: ein Trinkglas, eine Blumenschere, eine Schreibfeder und - eine Haarlocke.

Service: Stift Klosterneuburg, "Kirche, Kloster, Kaiserin - Maria Theresia und das sakrale Österreich", bis 15.11., www.stift-klosterneuburg.at

Weitere Meldungen Kultur & Gesellschaft
APA
Partnermeldung