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Schweizer Forscher entzifferten Text auf 2000 Jahre altem Papyrus

12.07.2018

Ein Rätsel um einen 2000 Jahre alten Papyrus haben Forscher der Universität Basel gelöst: Sie haben das griechische Schriftstück wieder lesbar gemacht. Es beschreibt das Phänomen des "hysterischen Atemstillstands".

Die Basler Forscher haben mittels Ultraviolett- und Infrarotaufnahmen herausgefunden, dass es sich beim auf beiden Seiten in Spiegelschrift beschriebenen Dokument nicht wie angenommen um einen einzigen Papyrus handelt, sondern um mehrere ineinander verklebte Papyrusschichten. Ein spezialisierter Papyrusrestaurator trennte diese Lagen. Danach wurde das Schriftstück entziffert.

Der Papyrus ist demnach eine medizinische Schrift aus der Spätantike, wie die Universität Basel kürzlich mitteilte. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass es entweder ein Text des römischen Arztes Galen oder ein unbekannter Kommentar zu dessen Werk ist. Galen gilt als einer der bedeutendsten Ärzte des Altertums.

"Sensationelle Entdeckung"

Es sei eine "sensationelle Entdeckung", wird Sabine Huebner, Professorin für Alte Geschichte an der Uni Basel, in der Mitteilung zitiert. Papyri mit literarischen Texten seien "ungleich wertvoller" als dokumentarische Schriftstücke wie etwa Briefe, Verträge oder Quittungen.

Der "mysteriöse" Papyrus war im 16. Jahrhundert nach Basel gelangt. Er gehörte vermutlich zum Kunstkabinett des Basilius Amerbach, wie es weiter heißt. Dem Papyrus könnte zuvor ein mittelalterliches Recycling wahrscheinlich als zusammengeleimter Bucheinband widerfahren sein.

Der entschiedene Hinweis stammte gemäß Mitteilung aus Italien. Ein Experte sah Parallelen zu den "Ravenna Papyri" aus der Kanzlei der Erzdiözese Ravenna. Unter diesen befanden sich viele antike Handschriften Galens, die später wiederverwendet und überschrieben wurden.

Die Entdeckung gelang den Basler Forschern im Zuge eines vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projektes. Zuvor hat das spätantike Schriftstück Generationen von Wissenschaftern ein Rätsel aufgegeben.

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