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Der linke obere Ring zeigt den Status in den vergangenen Jahren, die beiden anderen oberen Ringe die Entwicklung bis zu den 2050ern, die unteren Ringe zeigen die Entwicklung bis zu den 2080er Jahren abhängig vom Klimaszenario. © Robert Steiger, Uni Innsbruck
Der linke obere Ring zeigt den Status in den vergangenen Jahren, die beiden anderen oberen Ringe die Entwicklung bis zu den 2050ern, die unteren Ringe zeigen die Entwicklung bis zu den 2080er Jahren abhängig vom Klimaszenario. © Robert Steiger, Uni Innsbruck

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Olympia unter Druck: Klimawandel schränkt Zahl der möglichen zukünftigen Austragungsorte für Winterspiele ein

12.01.2018

Das Internationale Olympische Komitee wird es aufgrund des Klimawandels in Zukunft schwerer haben, Austragungsorte für Olympische Winterspiele zu finden. Manche Regionen sollten sich eher früher als später um eine mögliche Kandidatur bemühen. Das zeigt eine Studie eines internationalen Forschungsteams.

Wenn die globalen Treibhausgasemissionen nicht drastisch gesenkt werden, wird es bis zum Ende dieses Jahrhunderts nur in 8 der bisherigen 21 Austragungsorte von Olympischen Winterspielen kalt genug für eine neuerliche Austragung sein - die zweifache Olympiastadt Innsbruck könnte Winterspiele dann kaum noch ausrichten. Das zeigt eine Studie, an der Tourismusforscher Robert Steiger von der Universität Innsbruck mitgearbeitet hat.

"Die Rahmenbedingungen für den Wintersport verändern sich. Dies betrifft auch den Hochleistungssport, der immer häufiger vom Klimawandel an Trainings- wie Wettkampforten beeinträchtigt wird", sagt Mitautor Robert Steiger, Assistenzprofessor am Institut für Finanzwissenschaft. "Das Klima in vielen traditionellen Wintersportregionen ist nicht mehr das, was es einmal war, und immer weniger Orte werden in Zukunft Olympische Winterspiele ausrichten können, wenn die globale Erwärmung weiter zunimmt."

"Es gibt Grenzen, was die aktuellen Strategien zur Minderung des Wettereinflusses bei Großveranstaltungen leisten können, und bei den letzten Olympischen Winterspielen haben wir gesehen, dass diese Grenzen überschritten wurden", fügte Studienleiter Daniel Scott, Professor für Geographie und Umweltmanagement an der Universität Waterloo in Kanada, hinzu. "Wir haben damals vorhergesagt, dass die Wetter- und Schneeverhältnisse bei den Spielen 2014 in Sotschi eine Herausforderung sein werden. Prognosen, die sich bewahrheitet haben, wie die Zahl der abgesagten Trainingseinheiten und die Beschwerden von Athletinnen und Athleten über wechselhafte und unsichere Bedingungen gezeigt haben."

Wenn die Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Rahmen des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden, können noch 12 der 21 bisherigen Standorte, in Zukunft Winterspiele ausrichten. Frühere Gastgeber wie Squaw Valley in den USA, Vancouver, Kanada und Sotschi in Russland würden aus der Liste fallen. "Der Klimawandel verändert die Geographie der Olympischen Winterspiele", sagt Robert Steiger von der Universität Innsbruck. "Die Entscheidungen des Internationalen Olympischen Komitees über die Vergabe von Spielen wird immer schwieriger werden. Und einige Regionen sollten sich besser früher als später bewerben, wenn sie zukünftige Winterspiele ausrichten wollen."

Der Bedarf an Risikomanagement-Strategien wie Beschneiung, Eis- und Sprunglaufkühlung und hochauflösende Wettervorhersagen ist an den Winterspiel-Standorten größer geworden, weil die durchschnittliche Tagestemperatur im Februar ständig steigt. Die Durchschnittstemperatur ist von 0,4°C an den Austragungsorten der 1920-50er Jahre, auf 3,1°C an den Olympiastätten der 1960-90er Jahre und auf 7,8°C bei den Olympischen Winterspielen im 21. Jahrhundert angestiegen, auch weil die Spiele in immer wärmere Regionen vergeben wurden. Dieses Risikomanagement wird in den kommenden Jahrzehnten noch wichtiger werden, da die durchschnittlichen Februartemperaturen in den bisherigen Austragungsorten bis Mitte des Jahrhunderts um weitere 1,9 bis 2,1°C und bis Ende dieses Jahrhunderts um 2,7 bis 4,4°C ansteigen dürften.

Die Winterspiele 2018 in Pyeongchang in Südkorea, und 2022 in Peking, China, kehren allerdings den Trend um, Olympische Winterspiele in immer wärmeren Regionen zu veranstalten. "Angesichts des starken Wachstums des Wintersports in China war es spannend zu sehen, dass die Spiele in Peking mit den Bergregionen Yanqing und Zhangjiakou auch unter sehr warmen Klimaszenarien eine sehr stabile Zukunft haben", sagt Yan Fang von der Peking Universität in China.

Publikation: The future of the Olympic Winter Games in an era of climate change. D. Scott, R. Steiger, M. Rutty & P. Johnson. Current Issues in Tourism. Volume 18, 2015 - Issue 10 DOI: 10.1080/13683500.2014.887664

Das Update dieser Studie mit den Ergebnissen für Südkorea und China wird Anfang Februar ebenfalls in Current Issues in Tourism erscheinen.

Links:

Institut für Finanzwissenschaft

Forschungszentrum Tourismus und Freizeit

Rückfragehinweis:
Dr. Robert Steiger
Institut für Finanzwissenschaften
Universität Innsbruck
Telefon: +43 512 507 70220
E-Mail: robert.steiger@uibk.ac.at
Aussender:
Dr. Christian Flatz
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Universität Innsbruck
Telefon: +43 512 507 32022
Mobil: +43 676 872532022
E-Mail: christian.flatz@uibk.ac.at
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