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Private wie berufliche Weiterbildung erfasst © APA (dpa)
Private wie berufliche Weiterbildung erfasst © APA (dpa)

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Bildungsaktivität der Österreicher stark angestiegen

12.04.2018

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 14/2018 und nicht zwingend tagesaktuell

Die Aus- und Weiterbildungsaktivität der Österreicher ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Laut der aktuellen Erwachsenenbildungserhebung 2016/17 der Statistik Austria gaben 60 Prozent der befragten 25- bis 64-Jährigen an, im vergangenen Jahr an Aus- oder Weiterbildungsaktivitäten teilgenommen zu haben. Fünf Jahre zuvor waren es nur 48 Prozent.

Der Begriff der Aus- und Weiterbildung ist dabei recht weit gefasst: Inkludiert sind sowohl sogenannte formale Bildungsaktivitäten wie Ausbildungen im regulären Schul- und Hochschulwesen (z.B. Lehre, Studium, Kollegs) als auch sogenannte nicht-formale Bildungsaktivitäten. Zu diesen zählen andere organisierte Lernmaßnahmen in einem institutionalisierten Rahmen wie Kurse, Seminare, Workshops, Vorträge, Schulungen am Arbeitsplatz und Privatunterricht, jeweils zu beruflichen wie privaten Zwecken.

Europaweit auf fünftem Platz

Im europäischen Vergleich liegt Österreich dabei hinter der Schweiz, den Niederlanden, Schweden und Norwegen auf Platz fünf. Männer (61 Prozent) sind dabei geringfügig bildungsaktiver als Frauen (59 Prozent), Jüngere naturgemäß aktiver als Ältere: Demnach sinkt die Aus- und Weiterbildungsaktivität von der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen (69 Prozent) zunächst leicht, dann immer stärker ab und beträgt bei den 55- bis 64-Jährigen nur mehr 41 Prozent.

Je höher der Bildungsabschluss, desto höher liegt auch die Teilnahmequote an Aus- und Weiterbildung: Bei den Pflichtschul-Absolventen beträgt sie nur 31 Prozent und steigt über Lehrabsolventen (53 Prozent), Absolventen von berufsbildenden mittleren Schulen (63 Prozent), Maturanten (71 Prozent) bis zu Hochschulabsolventen (84 Prozent) kontinuierlich an. "Wenn ich einmal stark in Bildung investiert habe, gibt es eine selbstverstärkende Wirkung - damit werden bestehende Bildungsunterschiede noch einmal verstärkt", so Statistik Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer.

Mehr aber kürzere betriebliche Kurse

In einer weiteren Erhebung wurden Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten zum Ausmaß ihrer Weiterbildungsaktivität (ohne Lehrlingsausbildung) befragt. Demnach boten im Jahr 2015 88 Prozent der Betriebe ihren Beschäftigten Weiterbildung an - das bedeutet eine leichte Steigerung um einen Prozentpunkt gegenüber der letzten Erhebung 2010. Im europäischen Vergleich liegt Österreich hinter Lettland, Norwegen, Schweden und Tschechien damit auf Platz fünf.

Bei den betrieblichen Weiterbildungskursen zeigt sich dabei eine europaweite Tendenz: Die Unternehmen bieten offenbar mehr Beschäftigten Kurse an, allerdings verringerte sich die jeweilige Schulungsdauer.

In Österreich hat demnach fast die Hälfte der Beschäftigten (45 Prozent) an betrieblichen Weiterbildungskursen teilgenommen - das ist ein Plus von rund zwölf Prozentpunkten gegenüber 2010 und liegt leicht über dem EU-Schnitt (41 Prozent). Allerdings reduzierten sich die Kursstunden pro Teilnehmer von 30 (2010) auf 23 (2015), was unter dem EU-Schnitt von 25 Stunden liegt.

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