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Überbetriebliche Lehre - AK kritisiert Kürzung für Über-18-Jährige

15.05.2018

Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert die Kürzung der Ausbildungsbeihilfe für Jugendliche über 18 Jahre, die eine überbetriebliche Lehrausbildungseinrichtung besuchen. "Der Bund entledigt sich der Kosten, die künftig bei der Mindestsicherung aufschlagen werden", sagte AK-Mitarbeiter und AMS-Verwaltungsrat Gernot Mitter dem "Standard".

Regierungs- und Arbeitgebervertreter haben kürzlich im AMS-Verwaltungsrat beschlossen, die Beihilfe für Über-18-Jährige ab 1. September 2018 in den ersten zwei Lehrjahren von 753 auf 325,80 Euro monatlich zu kürzen. Die Einsparung soll 17 Mio. Euro bringen und 3.600 Personen betreffen. Insbesondere in Wien haben viele Lehrlinge in den überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen Migrationshintergrund, der Anteil der Flüchtlinge ist mit 267 Asylberechtigten österreichweit eher gering.

Mit der niedrigeren Entschädigung könnten die Lehrlinge ein Fall für die Mindestsicherung werden, so Mitter. Die Regelung der Mindestsicherung obliegt den Bundesländern. Wie die Länder auf die Kürzung der Beihilfe reagieren, ist derzeit noch offen. Hier werde am "falschen Ende" gespart, weil es einen hohen Qualifizierungsbedarf bei Über-18-Jährigen gebe, die über keine Berufsausbildung verfügen, kritisierte der AMS-Verwaltungsrat.

Die Ausbildungsbeihilfe für Jugendliche über 18 Jahre, war erst im Vorjahr angehoben worden, damit die jungen Erwachsenen einen stärkeren Anreiz zur Ausbildung erhalten, weil die Differenz zur Mindestsicherung kleiner wird. Das AMS argumentiert nun, es soll durch die Ausbildungsbeihilfe nicht passieren, dass Lehrlinge in Betrieben weniger verdienen als Lehrlinge in Lehrwerkstätten. Auch sollten bei guter Wirtschaftslage mehr Jugendliche eine Lehrausbildung in Betrieben und nicht in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen machen. Unternehmen würden derzeit teilweise einen Lehrlingsmangel beklagen. Für die von der Kürzung betroffenen Über-18-Jährigen steht laut AMS auch die Facharbeiter-Intensivausbildung (1,5 Jahre) oder die arbeitsnahe Qualifizierung in Betrieben zur Verfügung.

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