Kultur & Gesellschaft

Der Hemmaberg in Südkärnten ist mit seiner jahrtausendelangen Siedlungsgeschichte einer der wichtigsten archäologischen Fundorte Österreichs. © ÖAW/ÖAI/C. Kuntze
Der Hemmaberg in Südkärnten ist mit seiner jahrtausendelangen Siedlungsgeschichte einer der wichtigsten archäologischen Fundorte Österreichs. © ÖAW/ÖAI/C. Kuntze

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Archäologen rekonstruierten Leben der ersten "Heiligen" vom Hemmaberg

06.12.2018

SCI0080 2018-12-06/18:00

061800 Dez 18

Im 6. Jahrhundert war er ein florierender frühchristlicher Wallfahrtsort mit Kirchen und Unterkünften für Pilger. Die bestehende Wallfahrtskirche der heiligen Hemma und Dorothea wurde zwischen 1498 und 1519 erbaut.

Im Jahr 1991 fanden Archäologen in der im frühen sechsten Jahrhundert für die Heiligenverehrung errichteten sogenannten "Feierkirche N" Reliquien, die unter dem Altar deponiert worden waren. (Digital rekonstruierte Außenansicht der "Feierkirche N")

Bereits ein knappes Jahrhundert nach der Errichtung wurde die Kirche durch Brand wieder zerstört. (Digitale Rekonstruktion des Innenraums)

In der Reliquiennische der einstigen Kirche in der Gemeinde Globasnitz lagen auch zahlreiche menschliche Knochen und Knochenfragmente in einem 29 Zentimeter breiten steinernen Schrein.

Als gesichert könne man nach Analysen annehmen, dass die 35- bis 50-Jährige eine Person gewesen sein muss, die in der Zeit der frühen Christenverfolgung hoch verehrt wurde ... (Das Skelett der Heiligen aus dem 1. oder 2. Jahrhundert.)

... und an die man sich auch Jahrhunderte nach dem Ableben erinnerte. Der Schrein, in den die Gebeine der Frau über 400 Jahre nach ihrem Tod gelegt wurden, kommt den neuen Erkenntnissen zufolge aus Oberitalien. (Digitale Rekonstruktion des Behältnisses)

Um eine nach heutigen kirchlichen Maßstäben offiziell anerkannte Heilige handelte es sich bei der Frau nicht. (Digitale Rekonstruktion des Reliquienschreins und der darin aufbewahrten Knochen.)

Eine Heiligenlegende, Angaben zur Todesursache oder Hinweise auf ihren Namen sind nicht überliefert. (Die acht erhaltenen Fragmente des Reliquienschreins aus der Kirche N am Hemmaberg.)

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