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Südkorea schickt Wettersatelliten mit Sensoren aus Graz ins All

06.12.2018

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 41/2018 und nicht zwingend tagesaktuell

Mit zwei Satelliten, die im Abstand von sechs Monaten gestartet werden, will Südkorea das Wetter auf der Erde besser vorhersagen und auch das Weltraumwetter erforschen. Der Start von GEO-KOMPSAT-2A erfolgte vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana am 4. Dezember. Grazer Wissenschafter haben zwei Magnetfeldsensoren zum Satelliten beigesteuert.

Die Mission GEO-KOMPSAT-2 (Geostationary Korea Multi-Purpose Satellite-2) umfasst zwei Satelliten, die in einer Höhe von bis zu 36.000 Kilometern über Korea rund zehn Jahre lang Messungen durchführen werden. Sie wurden von der Luft- und Raumfahrtagentur Südkoreas (KARI) gebaut und sollen vor allem meteorologische Beobachtungen durchführen. GEO-KOMPSAT-2A (GK-2A) ist auch mit Zusatzinstrumenten für die Erforschung des Weltraumwetters ausgestattet.

Magnetometer mit vier Sensoren aus Graz

Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat sich mit einem sogenannten Vier-Sensoren-Magnetometer (SOSMAG) am Satelliten GK-2A beteiligt. Die Europäische Weltraumorganisation hatte im Rahmen des ESA-Programms zur Weltraumüberwachung den Auftrag dazu erteilt.

"In der Standardkonfiguration sind Satelliten üblicherweise mit zwei Magnetfeldsensoren ausgestattet, die außerhalb des Satelliten auf einem sogenannten Boom angebracht sind", erklärte der zuständige IWF-Mitarbeiter Aris Valavanoglou in einer Aussendung des Instituts. Bei GK-2A wird allerdings ein ausgeweitetes Konzept mit vier Sensoren zum Einsatz gebracht: "Die beiden zusätzlichen Sensoren mit miniaturisierter Elektronik, die vom IWF geliefert wurde, basieren auf einem Chip, der im Satelliten integriert ist, um die magnetischen Störungen durch den Satelliten On-Board zu korrigieren", wie der Grazer Wissenschafter erklärte. Damit können die Daten noch am Satelliten bereinigt werden. Die Forscher erhoffen sich dadurch eine Steigerung der Effizienz und Genauigkeit der Magnetfeldmessung.

Das gesamte Magnetometer-Paket wurde unter der Federführung des IWF und der Firma Magson in Berlin in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig und dem Imperial College London entwickelt und gebaut. "Mit GK-2A hebt 2018 bereits der vierte Satellit ab, an dem das IWF beteiligt ist. Eine stolze Leistung für unser Institut und die Weltraumhauptstadt Graz", hob der stellvertretende IWF-Direktor, Werner Magnes, hervor.

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