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Technische Fortschritte machen Hoffnung © APA (dpa)
Technische Fortschritte machen Hoffnung © APA (dpa)

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Tagung zu neuen Technologien in Diabetes-Therapie

13.02.2018

Neue Techniken sollen Diabetikern das Leben mit ihrer Therapie erleichtern. In den kommenden Tagen (14. bis 17. Februar) findet im Austria Center Vienna dazu eine internationale Konferenz (International Conference on Advanced Technologies for Treatment for Diabetes - ATTD) statt. Es geht dabei auch um neue implantierbare und sich selbst regulierende Insulinpumpen.

Weltweit dürften mehr als 366 Millionen Menschen, etwa acht Prozent der Weltbevölkerung, an Diabetes leiden. Bis 2030 wird mit einem Anstieg auf 552 Millionen Diabetiker – bzw. zehn Prozent der Weltbevölkerung – gerechnet. Laut Berechnungen stirbt in Österreich alle 50 Minuten ein Mensch an den Spätfolgen der Zuckerkrankheit. Das sind 10.000 Todesopfer pro Jahr.

"Großer Meilenstein"

"Gerade angesichts dieser erschreckenden Entwicklungen ist es besonders wichtig, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen und sie für den Kampf gegen Diabetes einzusetzen," wurde Tadej Battelino, Präsident der Veranstaltung von der MedUni Ljubljana in einer Aussendung zitiert. "Heuer ist uns mit der Einführung der vollautomatischen, implantierten Insulinpumpe ein großer Meilenstein gelungen."

Konkret handelt es sich bei dieser modernen Insulinpumpe um ein geschlossenes Regelsystem, das unter die Haut eingesetzt wird und vollautomatisch den Blutzuckerspiegel für drei Tage regelt und dann nachgefüllt werden kann. "Möglich ist dies durch eine Insulinpumpe, die per modernen Sensor permanent den Blutzucker misst und bei Bedarf die erforderliche Menge an Insulin zuführt. Damit verhelfen wir unseren Patienten zu einem völlig neuen Lebensgefühl," sagte Battelino. "Diese geschlossenen Regelsysteme sind, nach jahrelangen klinischen Studien, nun seit Herbst in der USA im Einsatz. Ab Juni diesen Jahres sollten sie dann auch in Europa erstmals erhältlich sein."

Fortschritt vor allem für Typ-1

In einem ersten Schritt bedeute die neue Technologie vor allem für Typ-1 Diabetiker einen Fortschritt. Davon sind in Österreich etwa 30.000 Menschen betroffen. "Langfristig soll die moderne Insulinpumpe mit dem geschlossenen Regelsystem aber nicht nur für den Typ-1-Diabetes, sondern für alle Formen der Diabetes eingesetzt werden," sagte der Experte.

Besonders stolz sei Battelino, dass auch die Verhandlungen mit europäischen Krankenkassen auf Schiene sein dürften. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Institutionen, die für die europäische öffentliche Gesundheit verantwortlich sind, bald entsprechende Kostenübernahmen oder Rückvergütungen für den Einsatz dieser vollautomatischen Insulinpumpe anbieten werden," erklärte der Experte.

Bereits jetzt sind neuartige intelligente Überwachungssysteme im Einsatz, die sechs Monate lang durchgehend den Blutzuckerspiegel der Patienten messen und analysieren können. Diese automatischen Überwachungssysteme geben den Ärzten basierend auf detaillierten Datenanlaysen und Algorythmenprognosen konkrete Therapievorschläge für das Fine-Tuning in der Insulindosierung.

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