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Sollen im Sommer 2019 in Betrieb gehen und Wartezeiten verkürzen © APA (Schlager)
Sollen im Sommer 2019 in Betrieb gehen und Wartezeiten verkürzen © APA (Schlager)

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Graz erhält zwei zusätzliche Linearbeschleuniger für Krebstherapie

16.05.2018

Das Strahlentherapiezentrum am LKH-Uniklinikum Graz wird um zwei Linearbeschleuniger erweitert. Die Anlagen sollen im Sommer 2019 in Betrieb gehen, hieß es bei der Gleichenfeier des Erweiterungsbaus des Zentrums. Dann wird es in der Steiermark für die Strahlentherapie zur Behandlung von gut- und bösartigen Tumoren insgesamt sieben Linearbeschleuniger geben.

Aktuell stehen in der Steiermark mit ihren rund 1,23 Millionen Einwohnern fünf Linearbeschleuniger zur Verfügung. Sie sind in Graz (vier) am LKH-Universitätsklinikum stationiert, einer am LKH Hochsteiermark, hieß es vonseiten der KAGes. Derzeit werde im Schichtbetrieb bis etwa 22.00 Uhr behandelt damit die Patientenversorgung gesichert ist, wie Betriebsdirektor Gebhard Falzberger schilderte. Mit der Erweiterung sollen sich die Wartezeiten der steirischen Krebspatienten deutlich verkürzen. "Wir sind jetzt ein großes Stück weitergekommen. Es war für Patienten als auch für das Personal über die Maßen anstrengend", sagte KAGes-Vorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg.

Betriebsbereit 2019

Das wird auch noch einige Monate so bleiben, denn die Inbetriebnahme des aktuellen Rohbaus ist erst für Juni 2019 vorgesehen. "Der Bau ist im Zeitplan, jetzt kommen die Feinarbeiten und in einem Jahr werden wir so weit sein, dass wir in Betrieb gehen", legte der Finanz- und Technikvorstand der KAGes, Ernst Fartek, dar. Die Investitionskosten inklusive der beiden Hightech-Anlagen wurden mit rund 12,57 Millionen Euro beziffert. Er freue sich auf die Eröffnung 2019 und "dass der Betrieb dann entspannter wird", sagte Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP).

Zufrieden über die steirische Entwicklung und die Verbesserung der Versorgungslage zeigte sich Karin Kapp, Leiterin der Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie in Graz, gegenüber der APA. Sie hatte 2014 beim Europäischen Strahlentherapie-Kongress in Wien Alarm über die Strahlentherapiesituation in Österreich geschlagen. Zuvor hatte eine Studie im "Lancet" auf die eklatanten Mängel in Österreich hingewiesen, die zu Wartezeiten für Patienten führten und führen. Mit weiterem Bedarf sei jedoch zu rechnen: Bei der aktuellen Grazer Gebäudeplanung sei daher bereits Platz für die Linearbeschleuniger acht und neun miteingeplant worden, schilderte Kapp.

Exaktere Therapie, dafür aufwendiger

Der Bedarf sei einerseits durch die Möglichkeiten der Hochpräzisionsbestrahlungstechnik enorm gestiegen - heute würden Patienten versorgt, die vor Jahren noch nicht behandelbar waren. Durch neue, aufwendigere Techniken werde pro Patient allerdings auch mehr Zeit benötigt und es käme zu längeren Verweilzeiten, "dafür kann die Therapie aber viel exakter ausgeführt werden", wie Kapp schilderte.

Die Strahlentherapie mit dem Linearbeschleuniger (LINAC - linear accelerator) ist neben der Operation und Chemotherapie eine zentrale Säule der Krebstherapie. Im Gegensatz zur medikamentösen, im ganzen Körper wirkenden Chemotherapie ist die Strahlenbehandlung eine lokale Maßnahme, da die tumorzerstörende Wirkung nur innerhalb des Bestrahlungsfeldes auftritt.

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