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Bekker (li.): Resistenz des Virus gegen Medikamente als Achillesferse © APA (AFP)
Bekker (li.): Resistenz des Virus gegen Medikamente als Achillesferse © APA (AFP)

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Aids: Hoffnungen auf neue Medikamente und Impfstoffe

24.07.2017

Drei Jahrzehnte nach der Zulassung des weltweit ersten Aids-Medikamentes gibt es eine neue Welle von Innovationen in der HIV-Medizin. Beim aktuellen Aids-Kongress in Paris diskutieren bis 26. Juli mehr als 6.000 Wissenschafter aus aller Welt die neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen.

"Neue Medikamente werden benötigt", sagte die Präsidentin der Internationalen Aids-Gesellschaft, Linda-Gail Bekker. "Die Achillesferse ist für uns die Resistenz gegen HIV-Medikamente, da der Virus unglaublich schnell mutiert." Große Pharmakonzerne wie GlaxoSmithKline und Gilead liefern sich ein Rennen um neue Aids-Medikamente, von denen sie sich Milliarden-Dollar-Umsätze versprechen.

Für Zuversicht sorgen der Erfolg von antiretroviralen Therapien sowie wachsende Hoffnungen auf eine funktionelle Heilung von HIV, bei welcher das Virus ohne Medikamente in Schach gehalten werden könnte. GlaxoSmithKline veröffentlichte auf dem Kongress Ergebnisse aus einer Studie, bei der ein Cocktail aus zwei Medikamenten alle vier oder acht Wochen injiziert wurde. Das Mittel könnte eine Alternative für Patienten sein, die nicht täglich Tabletten nehmen möchten. Dabei kommt Konkurrenz vom US-Pharmakonzern Merck & Co, der an einem noch länger wirkenden Medikament arbeitet, das einmal als Implantat eingesetzt werden könnte. Das US-Unternehmen Gilead, das in den vergangenen Jahren mit einer extrem hohen Preisgestaltung bei neuen Hepatitis C-Therapien international bis in den US-Senat für heftige Diskussionen gesorgt hat, reichte im Juni die Zulassungsanträge für ein neues HIV-Medikament ein, dem Analysten bis 2020 Umsätze von 3,8 Milliarden US-Dollar (3,26 Mrd. Euro) pro Jahr zutrauen.

Letztlich glauben viele Experten, dass ein Impfstoff benötigt wird, um die Bedrohung durch HIV zu beenden. Ein neuer Ansatz, an dem etwa der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) zusammen mit US-Regierungsexperten und anderen arbeitet, soll noch in diesem Jahr in eine große klinische Studie der Phase-IIb getestet werden. "Die Suche nach einem Impfstoff hat sich als eine der größten wissenschaftlichen Herausforderungen in der 35-jährigen Erforschung zur Beendigung der HIV-Pandemie erwiesen", sagte der Wissenschafter Dan Barouch von der Harvard Medical School.

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