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Biotechnologie als "Basistechnologie für die Zukunft" © APA (dpa)
Biotechnologie als "Basistechnologie für die Zukunft" © APA (dpa)

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Erste Asset Management sieht Zeit der "Biotech-Blockbuster" kommen

10.08.2017

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 28/2017 und nicht zwingend tagesaktuell

Viel verspricht man sich bei der Erste Asset Management (Erste AM) von der Markentwicklung in der Biotechnologie-Sparte. Nach einer Konsolidierungsphase ab 2015 sei die Emissionstätigkeit im zweiten Quartal 2017 wieder deutlich angesprungen, hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien. Führende Unternehmen stünden teils vor der Einführung von "Blockbuster"-Medikamenten.

Unter den erwarteten Medikament-Einführungen 2017, denen ein zukünftiger Jahresumsatz von über einer Milliarde Dollar vorhergesagt wird, befänden sich rund 50 Prozent Biotech-Produkte, sagte Harald Kober, der den einschlägigen Aktienfonds "Espa Stock Biotec" managt. Darunter seien etwa das Hautkrankheitspräparat Dupixent von Sanofi, der Multiple Sklerose-Wirkstoff Ocrevus von Roche oder das Blasenkrebs-Medikament Durvalumab von Astrazeneca.

Deutliche Steigerungen erwartet

Nachdem im vergangenen Jahr die Anzahl der Medikament-Zulassungen durch die US-Arzneimittelbehörde FDA unüblich niedrig ausfiel, erwarte man für die kommenden Jahre nun deutliche Steigerungen. Die Pipelines der US-Unternehmen, auf die man anlageseitig hauptsächlich setzt, seien "gut gefüllt". Unter der Trump-Administration sei zudem damit zu rechnen, dass die FDA bei den Neuzulassungen einen Zahn zulegen wird, so Kober.

Nach kritischen Aussagen und Ankündigungen stärkerer staatlicher Regulierungen von Hillary Clinton im US-Wahlkampf, die sich in der Kursentwicklung der Branche negativ niedergeschlagen haben, registriere man ein gewisses "Aufatmen im Sektor". Das lasse sich auch an der Entwicklung des Nasdaq Biotech-Indexes, der seit Jahresbeginn ein Plus von rund 19 Prozent verzeichnete, ablesen.

Neben diesen kurzfristigen Entwicklungen ist laut Kober davon auszugehen, dass die Biotechnologie ihrem Ruf als "Basistechnologie für die Zukunft" in den kommenden Jahrzehnten gerecht wird. Angesichts des vor allem in den Emerging Markets zu erwartenden starken Bevölkerungswachstums spiele auch die prognostizierte Verdopplung der Weltbevölkerung über 60 auf rund zwei Milliarden Menschen bis 2050 eine große Rolle. Dementsprechend erhöhe sich die Anzahl potenzieller Abnehmen neuer Medikamente, etwa im Bereich der Krebsbehandlung. Zuwächse versprechen außerdem neue Präparate zur Therapie einiger der bisher seitens der Industrie "stiefmütterlich behandelten" rund 1.200 sogenannten Seltenen Krankheiten.

Verschiebungen in Gesundheitsbudgets

Kober wies darauf hin, dass aktuell lediglich rund zehn Prozent der Gesundheitsausgaben in Medikamente fließen. Angesichts kommender Innovationen aus der Biotechnologie könnte es hier zu Verschiebungen in den Gesundheitsbudgets kommen.

Im Portfolio des einschlägigen Fonds der Erste AM setze man schwerpunktmäßig auf große und mittlere Player aus den USA, darunter etwa die US-Pharmafirma Gilead, die in den vergangenen Jahren Umsatz und Gewinne der gesamten Branche durch hohe Einkünfte mit den wegen ihres hohen Preises kritisierten Hepatitis-C-Präparaten Sovaldi und Harvoni in die Höhe trieb. Investoren seien nun gespannt, was das Unternehmen, bei dem der österreichische Biochemiker Norbert Bischofberger die Funktion des Vize-Chefs bekleidet, mit dem nun verdienten Geld anfangen wird, so Kober über eine der aktuell meist diskutierten Fragen in der Branche.

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