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Stephen Hawking verstarb im März 2018 © APA/dpa
Stephen Hawking verstarb im März 2018 © APA/dpa

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Florian Freistetter packt sein Idol Stephen Hawking in die Nussschale

24.09.2018

Der im März verstorbene britische Astrophysiker und Wissenschaftsstar Stephen Hawking war gewissermaßen der Auslöser für den österreichischen Wissenschaftsblogger und "Science Buster" Florian Freistetter, sich der Astronomie zu verschreiben. In seinem neuen Buch "Hawking in der Nussschale" gibt sich Freistetter als Fan und Erklärer der Strahlkraft, die von dem Ausnahmewissenschafter ausging.

"Ich habe von ihm gelernt, wie faszinierend das Universum sein kann", schreibt der Autor im Prolog zu seinem Buch, und spricht damit vermutlich vielen aus der Seele, für die etwa Hawkings populärwissenschaftlicher Klassiker "Eine kurze Geschichte der Zeit" als Eintrittskarte in die faszinierende Welt der Astrophysik fungierte. In erstaunlich einfachen Schritten führt Freistetter seine Leser rasch mitten in die Welt der Schwarzen Löcher oder an die Stunde null unseres Universums - den Urknall.

Geschichte der Hawking'schen Erkenntnisse

Dort angekommen, geht es sozusagen zur Sache: Den wissenschaftlich richtig starken Tobak, mit dem sich Hawking Zeit seines Leben auseinandersetzte, versteht auch sein Bewunderer einigermaßen nachvollziehbar darzustellen. Von Hawkings erstem großen wissenschaftlichen Wurf 1966, in dem der Gedanke einer übergeordneten "Theorie von allem" - der Hawking Zeit seines weiteren Lebens begleitet hat - bereits angelegt war, erzählt Freistetter chronologisch die Geschichte der Hawking'schen Erkenntnisse. Dabei stellt er ihn immer wieder in Bezug zu den Gedankengebäuden der Physik-Überväter Isaac Newton und Albert Einstein, ohne Hawking jedoch auf die gleiche Stufe zu heben.

Auf dem Weg zu den Schlüssen aus den Beiträgen des im Alter von 76 Jahren verstorbenen Briten streift der Autor etwa an den großen Erkenntnismaschinen der modernen Physik, wie dem Gravitationswellendetektor LIGO oder am Large Hadron Collider (LHC) am CERN vorbei. Trotz kleiner Exkurse zeichnet Freistetter stringent nach, wie Hawking nach und nach zu einem der renommiertesten Physiker unserer Zeit wurde und in weiterer Folge versuchte, die Konsequenzen seiner Betrachtungen in möglichst allgemein verständliche - von der Mathematik abgekoppelte - Sprachbilder zu übersetzen. Dabei hadert auch Freistetter merklich mit dem zwangsläufigen Abhandenkommen der inhaltlichen Präzision - etwa bei Erklärungsversuchen der "Hawking-Strahlung". Der fehlende direkte Nachweis selbiger ist für den Astronomen auch eine Erklärung dafür, warum ihr Namenspatron nie den Physik-Nobelpreis erhalten hat.

Nach der Lektüre des kompakten, 120 Seiten umfassenden Buches drängt sich trotzdem ein Stück weit die Frage auf, warum man auf Freistetters Annäherung an Hawkings Arbeit zurückgreifen sollte, wenn doch der "große Physiker" selbst in zahlreichen Büchern als Vermittler in eigener Sache unterwegs war. "Die beste Forschung ist nichts wert, wenn sie nicht kommuniziert wird", das habe Hawking verstanden und gelebt, so Freistetter, dessen kurzer erklärender Einstieg nicht umsonst in Lektüretipps von und über Hawking gipfelt.

Service: Florian Freistetter: "Hawking in der Nussschale. Der Kosmos des großen Physikers", Hanser, 120 Seiten, 14,40 Euro, ISBN: 978-3-446-26245-4

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