Natur & Technik

Gefährt war vorübergehend auf Standby © CNSA via CNS
Gefährt war vorübergehend auf Standby © CNSA via CNS

APA

Chinesischer Mond-Rover "Yutu-2" nimmt Betrieb wieder auf

10.01.2019

Nach einer fünftägigen Pause hat das chinesische Mond-Gefährt "Yutu-2" (Jadehase 2) seinen Betrieb wieder aufgenommen. "Der Mittagsschlaf ist vorbei, aufwachen und bewegen", hieß es im Auftritt von "Yutu-2" im chinesischen Kurzbotschaftendienst Weibo.

Der Mond-Rover war am 5. Jänner in den Standby-Modus versetzt worden, um ihn vor den hohen Temperaturen von bis zu 200 Grad auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu schützen. Nun nimmt das 140 Kilogramm schwere Gefährt seine Aktivitäten wieder auf. Es soll ein Foto von der Vorderseite der chinesischen Mondsonde "Chang'e 4" machen, die am 3. Jänner mit "Yutu-2" auf dem Mond gelandet war. Es war die erste weiche Landung eines Raumgefährts auf der felsigen erdabgewandten Mondseite. Rund zwölf Stunden später war "Yutu-2" bereits auf dem Erdtrabanten herumgefahren.

Technisch ist die Mission der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA nicht einfach - unter anderem, weil zur Rückseite des Mondes keine direkte Funkverbindung aufgebaut werden kann. Die Chinesen hatten deshalb den Satelliten "Queqiao" (Elster-Brücke) im Mond-Orbit stationiert, der Daten und Kommandos zwischen Mondsonde und Erde übermittelt.

Anbau von Erdäpfeln geplant

Sonde und Rover sollen auf der erdabgewandten Mondseite das unberührte Terrain erforschen und wissenschaftliche Experimente vornehmen. Geplant sind unter anderem Forschungen zu Mineralien und der Anbau von Erdäpfeln und anderen Pflanzen.

Peking pumpt Milliardensummen in sein militärisch organisiertes Raumfahrtprogramm. Bis 2021 will die Volksrepublik eine wiederverwertbare Trägerrakete entwickeln, die mehr Fracht transportieren kann als die NASA und das private Raumfahrtunternehmen SpaceX. Außerdem plant China einen Stützpunkt auf dem Mond, bis 2022 eine bemannte Raumstation sowie ein Mars-Fahrzeug. Noch in diesem Jahr soll eine weitere Sonde, "Chang'e 5", auf dem Mond landen. Sie soll Proben sammeln und zur Erde zurückbringen.

STICHWÖRTER
Raumfahrt  | China  | Peking  | Wissenschaft  | Forschung  | Wissenschaftsmissionen  |
Weitere Meldungen aus Natur & Technik
APA
Partnermeldung