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Gerüche werden einer bestimmten Gruppe von bekannten Düften zugeordnet © APA (dpa)
Gerüche werden einer bestimmten Gruppe von bekannten Düften zugeordnet © APA (dpa)

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Wie die Nase ähnliche Düfte unterscheidet

08.03.2017

Forschende der Universität Genf haben untersucht, wie sich verschiedene Nervenzellen des Riechkolbens von Säugetieren die Arbeit teilen, um Düfte zu verarbeiten. Für die Unterscheidung von eng verwandten Gerüchen braucht es die Zusammenarbeit von zwei Zelltypen.

Im Riechkolben von Säugetieren existieren verschiedene Nervenzelltypen, sogenannte Mitralzellen und Pinselzellen. Welche Rolle sie fürs Riechen spielen hat das Forscherteam um Alan Carleton und Ivan Rodriguez von der Universität Genf an Mäusen untersucht und die Ergebnisse im Fachblatt "Neuron" veröffentlicht, wie die Hochschule kürzlich mitteilte.

Zu diesem Zweck setzten die Forschenden die Versuchstiere zunächst passiv verschiedenen Gerüchen aus und stellten fest, dass beide Zelltypen gleichermaßen reagierten. Das änderte sich allerdings, wenn die Neurowissenschaftler die Nagetiere aktiv lernen ließen, eng verwandte Gerüche zu unterscheiden. Konnten die Mäuse den feinen Unterschied erschnuppern, erhielten sie eine Belohnung.

Unterschiedliches Verhalten von Mitralzellen und Pinselzellen

Die Mitralzellen und Pinselzellen verhielten sich beim Lernen unterschiedlich: Die Aktivität der Mitralzellen wurde zunehmend differenzierter, während die Pinselzellen kaum einen Lerneffekt widerspiegelten. Ihre Aufgabe sei es offenbar, Ähnlichkeit wahrzunehmen, um Gerüche einer bestimmten Gruppe von bekannten Düften zuzuordnen, schrieb die Uni Genf.

"Wenn Sie an einem Wein schnuppern, wissen Sie, dass es Wein ist, und das ist die Aufgabe der Pinselzellen", erklärte Carleton. "Aber mit etwas Übung können Sie feine Unterschiede feststellen - dank der Mitralzellen."

Diese Erkenntnisse waren dank moderner Fluoreszenzmikroskopie möglich. Damit konnten die Genfer Forschenden die Aktivität der Mäuseneurone über mehrere Tage und unter Einfluss einer Vielzahl von Gerüchen messen. So konnten sie beobachten, wie sich die Repräsentation von Düften im Nervennetzwerk des Riechkolbens veränderte.

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