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Leichtfried will wieder Österreicher ins All bringen © APA (ESA/Hubble)
Leichtfried will wieder Österreicher ins All bringen © APA (ESA/Hubble)

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ESA feiert 30 Jahre österreichische Mitgliedschaft in Weltraumagentur

12.10.2017

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 36/2017 und nicht zwingend tagesaktuell

Die Europäische Raumfahrtagentur ESA zählt Österreich seit 30 Jahren zu ihren Vollmitgliedern. Kürzlich versammelte sich anlässlich des Jubiläums die österreichische und europäische Weltraumcommunity in Graz. Österreich habe sich in den vergangenen 30 Jahren zu einem tragenden Mitglied der ESA entwickelt, hob ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner hervor.

Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Österreich haben seit 1987 immer wieder ihre herausragende Expertise in Weltraumbelangen beweisen, betonte der Chef der ESA bei einem Pressegespräch in Graz. "Sie haben sich in der ganzen Bandbreite - von der Erdbeobachtung, der Navigation für Satelliten, den wissenschaftlichen Instrumenten bis zur Trägertechnologie - mit ganz wichtigen Beiträgen positioniert. Und auch die Chance genutzt, um die nationale Industrie zu stärken", blickte Wörner zurück. Österreich sei für die ESA "ein wichtiger Mitgliedstaat" und aus seiner Sicht wäre die ESA ohne Österreich "sehr viel ärmer", sagte der Generaldirektor.

Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) fasste die aus seiner Sicht bedeutenden Eckpunkte der "Weltraumnation Österreich" seit dem Jahr 1987 zusammen: Rot-weiß-rote Technologie und Know-how seien mit rund 50 Satelliten ins All geflogen. Bei den Reisen zum Saturn-Mond Titan, zum Kometen "Tschuri" und zum Mars seien sie zum Einsatz gekommen. Auch bei der europäischen Trägerrakete "Ariane 5" werde Technologie "Made in Austria" an Bord sein. Heimische Hochschulen haben fünf Nanosatelliten vorbereitet, geplant, entwickelt oder gebaut. Drei davon sind bereits im All. "Es ist seither viel geschehen - und es ist ein Österreicher ins All geflogen. Ich bin dafür und will, dass es uns gelingt, in den nächsten 30 Jahren wieder einen Astronauten ins All zu bringen", betonte der Minister. Es sei "wichtig, dass unsere großartigen Leistungen wieder ein Gesicht bekommen", sagte Leichtfried.

125 Millionen Euro Gesamtumsatz

Laut Leichtfried sind im heimischen Weltraumsektor 120 Betriebe mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aktiv, der Gesamtumsatz der Branche betrage rund 125 Millionen Euro. Das Ministerium investiere aktuell rund 70 Millionen Euro für die Entwicklung neuer Weltraum-Technologien. Ein Großteil davon geht an die ESA: Im Jahr 2016 hat Österreich Beiträge in der Höhe von rund 48 Mio. Euro geleistet. Heimische Betriebe können sich dafür im Gegenzug für Aufträge bewerben. "In den vergangenen 30 Jahren wurde dadurch 800 Millionen Euro an ESA-Aufträgen abgeholt", schilderte der Minister.

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurden in Graz in mehreren Round Tables die Erfolge und Aufgaben von Weltraumsystemen für die Gesellschaft und die Industrie diskutiert. So war für den Nachmittag die Diskussion "Space4All" über die Bedeutung von Weltraumsystemen für die Gesellschaft mit u. a. Kurt Weinberger (Österreichische Hagelversicherung) und Vertretern der Austro Control, der ZAMG und SOS Kinderdorf geplant. Ein weiterer Round Table stand unter dem Motto "Space4Industry". Als Diskutanten wurden u.a. Vertreter der RUAG Space, Direktor Wolfgang Baumjohann vom Institut für Weltraumforschung der ÖAW, das Innsbrucker Unternehmen Geoville und Vertreter des steirischen Joanneum Research erwartet.

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