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Ab Mitte 2018 erste Tests für Sensorik und Kamerasysteme © APA (dpa)
Ab Mitte 2018 erste Tests für Sensorik und Kamerasysteme © APA (dpa)

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Autonomes Fahren: "ALP.Lab" nach sechs Monaten noch in Aufbauphase

20.03.2018

Das steirische "ALP.Lab" - die zentrale Einheit zur Erforschung des autonomen Fahrens - ist vor sechs Monaten gegründet worden und befindet sich nach einem halben Jahr mitten in der Aufbauphase. Derzeit werden exakte Karten der für Tests bestimmten Autobahnabschnitte erstellt. Ab Juli soll die Prüfung der Sensorik und Kamerasysteme beginnen, beschrieb Geschäftsführer Thomas Zach auf APA-Nachfrage.

Tatsächliche Testfahrten auf der Südautobahn (A2) und voraussichtlich auch auf einer geplanten Erweiterung auf der Pyhrnautobahn (A9) zwischen St. Michael und Spielfeld liegen wohl noch Jahre in der Zukunft. Grund dafür sind die hohen Sicherheitsanforderungen, schilderte Zach. Erst müssen die Sensorik und Systeme einwandfrei zusammenarbeiten, dann prüft ein Expertenrat die Sicherheit, ehe das Verkehrsministerium die Tests freigeben wird - so der Plan. Ein Unfall, wie er zuletzt im US-Staat Arizona passiert war, könne für die Freigabe solcher Tests nach Einschätzung von Zach ein "extremer Hemmschuh" sein und diese um Jahre verzögern.

"Sicherheit hat oberste Priorität"

Der Geschäftsführer betonte aber, dass ein derartiger Unfall derzeit in Österreich mit den gegebenen Rahmenbedingungen praktisch nicht möglich gewesen wäre. Momentan laufende sogenannte User-Cases schreiben stets einen Fahrer vor, der das Geschehen beobachtet und notfalls eingreift. Selbst der mit nur wenig Tempo selbstfahrende Minibus in Salzburg hatte einen Fahrer mit an Bord. "Sicherheit hat in Österreich oberste Priorität", fasste er zusammen. Bevor etwa neue Techniken überhaupt im Echtbetrieb getestet werden, müssen nachweislich 10.000 Testkilometer in Simulatoren gefahren werden, so Zach.

Ab Sommer will das "ALP.Lab" mit den bis dahin erstellten Karten erste Tests für Sensorik durchführen. Dabei gehe es noch weniger um autonomes Fahren, sondern um das "Abtesten", ob die Sensoren alles richtig erkennen und die passenden Rückschlüsse ziehen, sagte Zach.

Die Aufbauphase des "Austrian Light Vehicle Proving Region for Automated Driving" laufe bisher nach Plan und ohne Überraschungen. Die Gesellschaft arbeitet vorrangig mit den fünf Hauptpartnern zusammen: AVL List, Magna Steyr, das Kompetenzzentrum Virtual Vehicle (vif), Joanneum Research und der TU Graz. Magna und AVL betreiben übrigens eigene Teststrecken, die aber ausschließlich für autonom fahrende Autos geschlossen sind. Das "ALP.Lab" plant bisher mit den einzigen in Österreich zugelassenen Teststrecken im realen Umfeld. Laut Zach wurde erst vor wenigen Wochen im Raum Linz eine weitere Testumgebung namens "DigiTrans" in Angriff genommen. Sie konzentriert sich aber auf autonomes Fahren beim Gütertransport.

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