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"Zeit zur Reflexion": Wissenschaft und Politik im Gespräch

09.11.2018

Mit Gesprächen zu den Themen Quantenphysik, Life-Sciences, Weltraumforschung und demografischer Wandel/Migration fand am 9. November die erste Ausgabe einer Dialogreihe von Parlamentariern und Wissenschaftern in Wien statt. "Die Politik muss sich auch Zeit nehmen, sich aus der alltäglichen Belastungssituation herauszunehmen und zu reflektieren", sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP).

Das Dialogformat "Wissenschaft und Politik im Gespräch" wurde von Sobotka und dem Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Anton Zeilinger, initiiert. Es soll künftig halbjährlich stattfinden.

14 Abgeordnete aller im Parlament vertretenen Fraktionen kamen zur ersten Runde. Dabei standen neben Zeilinger selbst u.a. die Demographen Alexia Fürnkranz-Prskawetz und Wolfgang Lutz, der Weltraumforscher Wolfgang Baumjohann, die Physikerin Francesca Ferlaino und der Molekularbiologe Giulio Superti-Furga (alle von ÖAW-Instituten) den Parlamentariern für rund zwei Stunden Rede und Antwort.

Wissenschaftsbasiertes Wissen für die öffentliche Diskussion

Für Sobotka sind "intensive Diskussionen an einem Tisch notwendig, wo man nachfragen und in der Tiefe nachschärfen kann". Dies vor allem zu Themen, die nicht schon in den nächsten Tagen in den Schlagzeilen stehen, aber die Gesellschaft nachhaltig beeinflussen. Zeilinger hob die Bedeutung des Themenbereichs "Wissenschaft für die Politik" hervor, wobei er Politik "im Sinne aller Angelegenheiten des Gemeinwohls betreffend" sieht. "Wissenschaft hat hier eine Bringschuld", sagte der ÖAW-Präsident.

Man wolle wissenschaftsbasiertes Wissen für die Entscheidungsfindung und für die öffentliche Diskussion zur Verfügung stellen. "Das Wesentliche dabei ist: Wenn es wirklich qualitativ hochwertig sein soll, muss es unabhängig sein. Und da können Dinge herauskommen, die zumindest momentan vielleicht der Politik nicht optimal erscheinen", sagte Zeilinger.

Bereits im Vorjahr wurde das Projekt "Foresight und Technikfolgenabschätzung" gestartet. In dessen Rahmen werden Nationalratsabgeordnete von Technikfolgen-Experten in forschungs-, technologie- und innovationspolitischen Fragen beraten. Das Institut für Technikfolgenabschätzung (ITA) der ÖAW und das Austrian Institute of Technology (AIT) liefern dazu zweimal jährlich Überblicke und Basisinformationen über wissenschaftliche Zukunftsfelder und Trends.

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