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VR-Lab bietet Überblick über die neuesten Trends © Ars Electronica
VR-Lab bietet Überblick über die neuesten Trends © Ars Electronica

APA

Ars Electronica - Samt aus dem 3D-Drucker und neugierige Maschinen

07.09.2017

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 31/2017 und nicht zwingend tagesaktuell

Mit einem Virtual Reality Lab, einem Pacathon sowie Neuigkeiten in der Dauerausstellung Radical Atoms wartet das Ars Electronica Center in Linz derzeit beim Festival "AI - Das andere Ich" auf. Bei einer Presseführung konnte man sich bereits im Vorfeld von einer Maschine ausfragen lassen sowie feinste Strukturen aus dem 3D-Drucker ertasten, die sich wie Samt anfühlen.

Das neue VR-Lab, das auch nach dem Festival bleiben wird, präsentiert einen Überblick über die neuesten Trends im Bereich Virtual Reality, Augmented Reality, bei der die Wirklichkeit nur überlagert wird, und Mixed Reality. Daneben zeigt eine Timeline die Entwicklung auf, und man kann ein Stereoskop ausprobieren, etwas wie die 3D-Brille zu Bruckners Zeiten, die es seit 1836 gibt und wobei mit zwei ähnlichen Bildern ein 3D-Effekt erzeugt wird.

Im Untergeschoß des Centers gibt es noch mehr korrespondierende Projekte zu erfahren, etwa 3D wie wir es heute kennen in "Training 2038" vom 2007 gegründeten Innovationslab Kitchen Budapest. Ausgestattet mit einer VR-Brille und zwei Joysticks begibt man sich in einen von bunten, von der Decke hängenden Lichtern begrenzten Kreis. Nun wird man von einer Künstlichen Intelligenz zu verschiedenen wählbaren Themen, etwa Kriminalität, Politik oder Liebe befragt. Aus den Antworten versucht die neugierige Maschine Kenntnisse über das menschliche Denken und Handeln zu gewinnen, eine Metapher für machine learning.

Die Daten werden gesammelt, um daraus Schlüsse ziehen zu können braucht es eine große Anzahl an Mitmachenden. "Wir brauchen eine Verbindung von Kunst und Technik, die eine Anwendung so gestaltet, dass Menschen etwas damit anfangen können", betonte Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker. Das AEC sieht er als Schule der Zukunft, in der Menschen mithilfe der kompetenten Infotrainer Themen der Zukunft für sich erschließen können.

Nostalgie beim Pacathon

Nostalgisch wird es wohl für viele beim Pacathon, einem Open-Innovation-Lab, das Ars Electronica gemeinsam mit dem Hersteller des 1980 veröffentlichten Videospiels Pac-Man, Bandai Namco Entertainment Inc. und der japanischen Werbeagentur Hakuhodo veranstaltet. Es geht darum, mit interessierten Festivalbesuchern, Pac-Man in die tatsächliche Welt zu holen und auszuloten, welche Merkmale das Spiel dazu aufweisen müsste, wie die neue Generation von Pac-Man ausschauen könnte.

In der Dauerpräsentation Radical Atoms gibt es Neuheiten von Hiroshi Ishii und seinem Team am MIT (Massachusetts Institute of Technology). In "Cillia" etwa probierte man mit einem 3D-Drucker so feine Strukturen wie möglich herzustellen, erklärte der Mitwirkende Jifei Ou. Die Ergebnisse können angegriffen bzw. eher gestreichelt werden, denn sie entsprechen dem Empfinden nach unter anderem einem Samtsofa, einer Kurzhaarkatze und einem weichen Badvorleger.

Der Österreicher Daniel Leithinger präsentierte "inFORM": Handbewegungen werden auf ein entferntes Objekt, in diesem Fall dynamische Bausteine, übertragen, das sich dann bewegt, ohne dass man es berührt. "Die nächsten Jahre werden sehr spannend", freute sich Leithinger auf weitere Entwicklungen. Auch im Deep Space 8K wird ein eigenes Festival-Programm gezeigt, unter anderem mit Maki Namekawa am Klavier.

Service: "Festival@Ars Electronica Center" Ausstellungen im Ars Electronica Center in Linz, 7. bis 11. 9. Do - So 10 bis 20 Uhr, Mo 10 bis 18 Uhr. Weitere Infos: www.aec.at

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