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Was wir vom Giraffenhals lernen können

11.01.2018

Mit einem Abstand von 1,80 Meter zwischen Herz und Gehirn sollten Giraffen eigentlich einen hohen Blutdruck haben, da das Blut Richtung Gehirn einen anstrengenden Aufstieg zurücklegen muss. Tun sie aber nicht.

Wie schafft es also die Giraffe mit einem 1,80 Meter langen Hals, der satte 270 Kilogramm wiegt, den Bluttransport vom Herzen zum Gehirn so gut hinzukriegen?

Wissenschaftler versuchen gerade das Geheimnis um das Kreislaufsystem der Giraffen zu lüften. Denn sie hoffen, dass dieses Wissen uns Menschen im Kampf gegen hohen Blutdruck und kardiovaskuläre Erkrankungen helfen könnte.

Eine große Aufgabe

Das lange Giraffen-Kreislaufsystem wird von einem relativ kleinen, aber starkem Herzen gut versorgt. Tatsächlich kann der Blutdruck einer erwachsenen Giraffe laut Zoologen 300/180 mmHg erreichen. Das ist ungefähr doppelt so viel, wie der eines erwachsenen Menschen. Ein so hoher Wert ist aber nur in der Nähe ihres Herzens messbar. Im Giraffenkopf ist der Blutdruckwert mit dem eines Menschen vergleichbar.

"Das Herz der Giraffe muss stark genug pumpen, um den enormen hydrostatischen Druck zu überwinden, der durch die Blutsäule im Hals entsteht ...", so Qiong Zhang in seiner Publikation "Hypertension and Counter-Hypertension Mechanisms in Giraffes".

Und der Druck in den Giraffenköpfen bleibt niedrig, egal ob sie Blätter von hohen Bäumen rupfen oder Wasser in Bodenhöhe schlürfen. Der Grund dafür?

Die großen Halsvenen der Giraffe beinhalten ein komplexes Klappensystem, das das Blut davon abhält zurückzufließen und sich anzusammeln, wenn sie den Kopf senkt. Der Höhenunterschied, den ein Giraffenkopf vom Trinken in Bodenhöhe bis hin zurück zum Aufrechtstehen überwinden muss, kann bei einer ausgewachsenen Giraffe volle 6 Meter betragen.

Ein weiterer Trick der Giraffe sind dicke Blutgefäßwände, die ihnen eine hohe Stabilität geben. Diese kräftigen Blutgefäße können sich auch verengen und erweitern, um sich an unterschiedliche Blutmengen anzupassen. Dabei helfen steife Kollagenfasern das Blut in Bewegung zu halten. Sie wirken etwa so wie eingebaute Kompressionsstrümpfe.

Mit diesem Wissen um das Kreislaufsystem der Giraffe hoffen Wissenschaftler einen neuen Therapieansatz in der Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen des Menschen gefunden zu haben.

Diese Meldung ist Teil des neuen Pfizer-Wissenschaftsblogs. Weitere Beiträge finden sich unter: www.pfizer.at/get-science

Quelle: Pfizer

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