Gastkommentar

Ingo Raimon © abbott
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Dossier

"Durch Forschung ist medizinischer Fortschritt garantiert"

Gastkommentar

31.10.2013
  • Wien (Gastkommentar) - Die Zukunft beginnt jetzt - wie die medizinische Situation in zehn Jahren aussieht, entscheidet sich bereits heute, denn nur langfristige Investitionen in die Forschung sichern unsere Arzneimittel von morgen. Für zukünftige Medikamenteninnovationen von zentraler Bedeutung sind dabei die Rahmenbedingungen, die forschende pharmazeutische Unternehmen vorfinden. Um Österreich als Standort für Spitzenforschung zu erhalten und auszubauen, engagiert sich das Forum der Forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) für einen breiten Dialog mit Entscheidungsträgern aus Politik, Sozialversicherungen und Medizin mit dem Ziel, die heimischen Forschungsvoraussetzungen und Rahmenbedingungen für den Marktzugang zu optimieren.

  • FOPI ist die österreichische Interessenvertretung von 26 internationalen Pharmaunternehmen mit Fokus auf Forschung und Entwicklung. Allen Mitgliedern ist gemein, dass sie mindestens 90 Prozent ihrer Umsätze mit innovativen Arzneimitteln erwirtschaften - also ein klares Bekenntnis zur laufenden Forschung haben. FOPI versteht sich dabei als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen und setzt sich für die Optimierung der Arzneimittelforschung und den Zugang zu innovativen Arzneimitteln ein – im Sinne der bestmöglichen medizinischen Versorgung in Österreich.

  • Eine Kosten-Nutzen Rechnung

  • Eine immer gesündere Bevölkerung liegt ethisch, gesellschaftlich und ökonomisch in unser aller Interesse. Eine unserer Hauptherausforderungen ist, dass die Bevölkerung immer älter wird und parallel dazu chronische Erkrankungen auf dem Vormarsch sind. Sie begleiten Betroffene oft schon in jungen Jahren ihr ganzes Leben lang. Diese Erkrankungen verlangen nach innovativen therapeutischen Lösungen mittels Forschung.

  • Mit einer Forschungsquote von rund 15 Prozent steht die forschende pharmazeutische Industrie an der Spitze aller Industriesektoren in Europa. Nur ein bis zwei von 10.000 Entwicklungskandidaten schaffen es - bei einer durchschnittlichen Entwicklungszeit von elf Jahren und einem Investitionsaufwand von bis zu einer Milliarde Dollar - als zugelassene Arzneimittel in die Regale der Apotheken und damit zum erkrankten Menschen. Grundvoraussetzung dafür sind geeignete Rahmenbedingungen auf jeder Stufe des Prozesses - also von der Erforschung bis zum Marktzugang - um die Qualität der medizinischen Versorgung weiter zu verbessern.

  • Pharmazeutische Innovation braucht optimale Rahmenbedingungen:

  • Von der Erforschung...

  • Eine positive Entwicklung stellt ein aktueller EU-Verordnungsentwurf dar, der eine EU-weite, einheitliche Regelung klinischer Arzneimittelstudien anstrebt. Das Ziel ist es unter anderem, länderübergreifende Forschung zu erleichtern. Auf diese Weise kann bei klinischen Studien auf Teilnehmer in anderen Ländern zurückgegriffen werden, was eine Verbesserung der Daten und eine Verkürzung des Durchführungszeitraums zur Folge hätte. Das ermöglicht vermehrt Studien auch nach Österreich zu bringen und hilft Betroffenen im jeweiligen Land, die dadurch frühzeitig von hochinnovativen Arzneimitteln profitieren. Österreich hat sich hier innerhalb Europas insbesondere in modernen Biotechnologien, Medizintechnik und Krebsforschung zu einem gefragten Innovationsstandort entwickelt.

  • Bis zum Marktzugang...

  • FOPI will neben der Forschung auch für den dringenden Bedarf an optimalen Rahmenbedingungen für den Marktzugang neuer innovativer Medikamente sensibilisieren. Reine Patentanmeldungen haben für die Patienten und die Gesellschaft natürlich keinen Nutzen und deshalb setzen wir uns für ein positives Klima rund um den Markteintritt innovativer Medikamente ein. In diesem Zusammenhang ist uns, gemeinsam mit life-science, auch die Plattform für den Austausch zwischen Jungforschern und Unternehmen ein besonderes Anliegen. Erst in der Partnerschaft mit etablierten Unternehmen ist es vielen jungen Start-ups möglich, überhaupt Forschung zu betreiben.

  • Im Dialog mit allen Partnern im Gesundheitswesen ist es unser Bestreben, die Rahmenbedingungen für Spitzenforschung bis zum erfolgreichen Markteintritt mit zu gestalten. Es muss das gemeinsame Ziel aller Akteure sein, Österreich als attraktiven Standort für Innovation zu stärken und industrielle Forschung als wichtige Investition in die Zukunft zu verstehen.

Zur Person

Ingo Raimon, Präsident des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI)

Mag. Ingo Raimon gilt als versierter Kenner der forschenden Pharmaindustrie. Der gelernte Jurist war seit über 20 Jahren für Abbott in unterschiedlichen Funktionen und Ländern tätig – in den letzten 13 Jahren als General Manager in Österreich. Mit Jänner 2013 übernahm Raimon die Geschäftsführung des biopharmazeutischen Unternehmens AbbVie, das nach der Trennung von Abbott die forschungsbasierten pharmazeutischen Leistungen bündelt. Ebenfalls seit Jänner 2013 vertritt Ingo Raimon als Präsident des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI) die Anliegen der forschungsbasierten Pharmaindustrie.

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