Gastkommentar

Sabine Herlitschka © Infineon Technologies Austria AG
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Dossier

"Eine Frage der Perspektive - Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand"

Gastkommentar

06.08.2015
  • Wien (Gastkommentar) - Wissenschaft oder Wirtschaft - vor dieser Frage steht jede/r Forscher/in früher oder später - warum nicht beides? Wir bei Infineon Austria bieten als forschungsintensivstes Industrieunternehmen Österreichs eine interessante und herausfordernde Perspektive, bei der Forschung UND Arbeiten in der Praxis in einem Unternehmen abgedeckt werden. Denn das Besondere bei Infineon Austria ist, dass die Kompetenzen für Forschung und Entwicklung, Fertigung und globale Geschäftsverantwortung gebündelt werden. Mit einer Forschungsquote von 25 Prozent zeigen wir klar: die Arbeit in einem Unternehmen ist nicht gleichbedeutend damit, dass man nicht forschen und entwickeln kann. Genau dieser forschungsaffine Ansatz hat mich unter anderem bei meinem Einstieg bei Infineon überzeugt.

  • In unserem Unternehmen arbeiten über 1.200 Techniker/innen, die industrienahe an Lösungen für die drei zentralen Bedürfnisse der Gesellschaft - Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit - forschen. Viele von ihnen sind sehr stolz darauf, dass sie an Produkten mitarbeiten, die z.B. in Autos verbaut sind, Sicherheit und Komfort erhöhen oder die CO2-Emission reduzieren. Und genau an dieser Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft entsteht für mich Innovation - das ist ein Punkt, den ich persönlich unmittelbar kenne. Auch ich habe meine Dissertation bei einem Unternehmen gemacht, was damals noch eher unüblich war. Für mich war das eine sehr gute Erfahrung, da ich so viel früher in die Situation gekommen bin, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen umzusetzen. Ein Weg mit Praxisnähe. Unter dem Motto "Problem sucht Lösung und Lösung sucht Problem" sehen wir unsere Arbeit von zwei Seiten: einerseits orientieren wir uns an dem, was der Kunde zur Umsetzung seiner Anforderungen benötigt. Andererseits erarbeiten wir proaktiv Lösungen, die Technologien von morgen entscheidend verbessern.

  • Unser hoher Anteil an Forschung und Entwicklung ist auch mit einem hohen Ausmaß an Internationalität verbunden, konkret damit, internationale Spitzenkräfte zu rekrutieren und nachhaltig an das Unternehmen zu binden. Dafür bietet Infineon Austria attraktive Einstiegs- sowie Entwicklungsmöglichkeiten und das passende Umfeld. Wir möchten jungen Menschen, die sich in einer technischen oder naturwissenschaftlichen Ausbildung befinden, möglichst früh Zugang zur Praxis ermöglichen und bieten in diesem Zusammenhang Praktika sowie Abschlussarbeiten (Bachelor, Diplom und Master). Nach ihrem Abschluss haben Techniker/innen die Möglichkeit, auch weiterhin forschend und umsetzungsorientiert tätig zu sein und z. B. eine Dissertation bei Infineon Austria zu verfassen. In weiterer Folge stehen dann mehrere Karrierepfade offen wie etwa die "Technical Ladder" -Fachexpert/innenkarriere -, bei der eine Techniker/innenkarriere eng mit Management- und Führungswissen verknüpft wird.

  • Unsere Fachkräfte gewinnen wir in erster Linie mit spannenden, herausfordernden inhaltlichen Tätigkeiten. Wir leben eine Unternehmenskultur, die auf Diversität basiert. Darin sehen wir ein zentrales Potenzial. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovation und Ideenaustausch fördern. Der Work-Life-Balance jedes Einzelnen begegnen wir beispielsweise mit flexiblen Arbeitszeitmodellen wie Teilzeit oder Teleworking und Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Denn wir sehen Familienfreundlichkeit als den Vorteil im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte.

  • Eine Entscheidung für die Wirtschaft ist also nicht immer eine Entscheidung gegen die Wissenschaft - zumindest nicht bei Infineon Austria, wo wir beides vereinen und entsprechend attraktive Perspektiven bieten.

Zur Person

Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG

Sabine Herlitschka ist seit April 2014 Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG. Ihre beruflichen Stationen umfassen industrielle Biotech-Forschung, internationale Forschungs- und Technologiekooperation sowie -finanzierung bei der FFG, Internships bei renommierten U.S.-Institutionen, Fulbright-Wissenschafterin und Gründungs-Vizerektorin an der Medizinischen Universität Graz. Herlitschka hält ein Doktorat in Lebensmittel- & Biotechnologie, Postdoc in der industriellen Forschung und einen Master of Business Administration.

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