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Eva Reichart will Industrie 4.0 voranbringen © Privat
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Erste Bilanz der TÜV AUSTRIA-Wissenschaftsstipendiaten

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06.08.2015
  • Wien (TUV AUSTRIA) - Die TÜV AUSTRIA Gruppe unterstützt seit Jänner fünf Studierende technisch-naturwissenschaftlicher Studien mit dem TÜV AUSTRIA Wissenschaftsstipendium. Mit einer Förderung von 500 Euro im Monat für einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten bietet es den jungen Wissenschaftern nötige Freiräume für Forschungsarbeiten. Nach knapp einem halben Jahr ziehen die Stipendiaten erste Bilanz, was ihnen die Unterstützung bisher ermöglichte und wo sie mit ihren Forschungen stehen.

  • Unisono betonen sie, dass ihnen die Förderung einen wesentlich professionelleren Zugang zu Forschung und Recherche biete. Carina Seidnitzer-Gallien (siehe auch TÜV TIMES 3/2015) arbeitet an der Montanuniversität Leoben an einer Dissertation zum Aufbau eines Energiecontrollings in Industriebetrieben. Ihr ermöglicht das Stipendium Besuche von wissenschaftlichen Kongressen und Seminaren sowie den entsprechenden regelmäßigen fachlichen Austausch. Marianne Hollensteiner, Doktorandin an der FH Oberösterreich und der Medizinischen Privatuniversität Salzburg, beschäftigt sich mit dem Thema "Entwicklung und Validierung eines neuartigen Simulators für die kranioviszerale Chirurgie". Sie kann jetzt Versuche an einem renommierten biomechanischen Institut in Deutschland durchführen.

  • Thomas Hofstätter beleuchtet im Rahmen seiner Diplomarbeit an der TU Wien die Entwicklung von Windkraftanlagen und deren wachsender Rolle in der Energieversorgung. Er führt seine Messungen in einem der modernsten Windkanäle durch. Stefan Leber (siehe auch TÜV TIMES 3/2015) schließlich beschäftigt sich in seiner Dissertation an der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall in Tirol - an seiner Wunsch-Universität - mit dem medizinischen Risikomanagement. Eva Reichart wiederum setzt sich in ihrer Masterthesis an der FH Technikum Wien mit Weiterentwicklungen im Bereich Industrie 4.0 auseinander. Das Stipendium erlaubt ihr eine Stundenreduzierung im Beruf und mehr Zeit für die Forschung.

  • Trotz der komplexen Aufgabenstellungen geht es allen fünf Stipendiaten um handfeste Ergebnisse, von denen Wissenschaft und Wirtschaft profitieren sollen. TÜV AUSTRIA-CEO Stefan Haas, Initiator des Wissenschaftsstipendiums, freut sich, dass die Unterstützung seitens der TÜV AUSTRIA Gruppe von Anfang an treffsicher war. "Wissenschaftliches Arbeiten kann heute längst nicht mehr nur auf der Universität und von zu Hause aus erledigt werden. Wer vorne sein will, muss sich vernetzen, hochqualitative Forschungs- und Lernumgebungen suchen, kurzum sich die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Arbeiten schaffen. Mit unserem Beitrag machen wir das möglich und helfen mit, dass junge Leute ohne ökonomischen Druck, dafür mit der nötigen Zeit, ihren Forschungsarbeiten nachgehen können."

  • Service: Für 2016 gewährt der TÜV AUSTRIA wieder 5 Wissenschaftsstipendien. Bewerbungen bis 30. November 2015. Infos: www.tuv.at/stipendium

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  • O-Töne der TÜV AUSTRIA Wissenschafts-Stipendiaten 2015

  • Thomas Hofstätter

  • Diplomarbeit "Numerical Analysis of Vibrations of Wind Turbine Blades" an der Technischen Universität Wien

  • Was ermöglicht Ihnen das TÜV AUSTRIA Wissenschaftsstipendium?

  • Technische Forschung erfordert Präzisionsarbeit, die nur mit einer qualitativ hochwertigen Ausrüstung durchgeführt werden kann. Das TÜV AUSTRIA Stipendium ermöglicht mir, meine Messungen an einem der modernsten Windkanäle Europas durchzuführen.

  • Was streben Sie mit Ihrer wissenschaftlichen Arbeit an?

  • Mit meinem Projekt möchte ich die Entwicklung von Windkraftanlagen vorantreiben, da diese in der Energieversorgung eine immer größere Rolle spielen werden - nicht nur für zentrale, sondern auch für die periphere Stromproduktion.

  • Wo stehen Sie gerade in Ihren Forschungen?Der erste Teil der Arbeit - die Literaturrecherche - ist bereits abgeschlossen. Derzeit entwickle ich numerische Modelle, um die Schwingungen der Turbinenblätter in einer Anströmung zu beschreiben. Am Ende des Sommers sollen Experimente am Windkanal in Telc, CZ, folgen.

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  • Stefan Leber

  • Dissertation "Einführung und Evaluation des medizinischen IT-Risikomanagements nach ISO/IEC 80001 am Beispiel der Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH" und an der UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall in Tirol

  • Was ermöglicht Ihnen das TÜV AUSTRIA Wissenschaftsstipendium?

  • Ohne das TÜV Austria Wissenschaftsstipendium, mit dem ich den Großteil der anfallenden Studiengebühren begleichen kann, wäre es nicht möglich das Promotions- bzw. Forschungsvorhaben an meiner Wunsch-Universität, der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT), umzusetzen. Mit dem Institut für Medizinische Informatik unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth bietet die UMIT nämlich die bestmöglichen Rahmenbedingungen für meine Arbeiten.

  • Was streben Sie mit Ihrer wissenschaftlichen Arbeit an?

  • Das Ziel meiner Dissertation ist es, Methoden zur Evaluation des medizinischen IT-Risikomanagements zu entwickeln und zu erforschen. Die Vernetzung von elektronischen Informationen spielt im Gesundheitswesen eine zunehmend bedeutende und unverzichtbare Rolle, weil dadurch die Versorgungsqualität, die Versorgungseffizienz und die Patientensicherheit gewährleistet werden soll. Diese Vernetzung beinhaltet aber auch eine Reihe von potentiellen Gefahren und Problemen, die durch Versagen der Technik, des Menschen oder durch vorsätzliche schädliche Handlungen (z.B. Virenbefall, Sabotage) entstehen können. Das gefährdet die Sicherheit von Patienten, Daten und Prozessen. Zur Reduzierung dieser Risiken gibt es das medizinische IT-Risikomanagement, das Gefahren und Problemen vorzubeugen und Schäden von Patienten fernzuhalten soll. Ob dieses normierte Qualitätssicherungsinstrument wirklich funktioniert will ich in meiner Arbeit untersuchen.

  • Wo stehen Sie gerade in Ihren Forschungen?

  • Die Arbeiten zu meiner Dissertation haben im aktuellen Sommersemester begonnen. In einer Vorarbeit zur Dissertation konnte ich mich bereits mit unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen zum Thema medizinische IT-Risikomanagement beschäftigen und dadurch eine zusätzliche Motivation zur wissenschaftlichen Erforschung dieses Themas legen. Ziel meiner derzeitigen Bemühungen im Rahmen der Dissertation ist die Identifikation der Evaluationskriterien, also jener spezifischer Kennzahlen an denen man das medizinische IT-Risikomanagement messen soll können (z.B. Patientensicherheit).

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  • Marianne Hollensteiner

  • Dissertation "Entwicklung und Validierung eines neuartigen Simulators für die kranioviszerale Chirurgie" an der FH OÖÖ und der Medizinischen Privatuniversität Salzburg

  • Was ermöglicht Ihnen das TÜV AUSTRIA Wissenschaftsstipendium?

  • Mit Hilfe des TÜV Austria Wissenschaftsstipendiums kann ich meine Forschung im Rahmen von einem Forschungsaufenthalt in Deutschland vorantreiben. Am renommierten biomechanischen Institut des BGU in Murnau kann ich wichtige Versuche an menschlichen Knochen durchführen, die an meinem Institut nicht möglich sind. Diese Versuche sind notwendig, damit ich die Haptik von den von uns entwickelten künstlichen Knochen mit jener von menschlichen Knochen abgleichen kann.

  • Was streben Sie mit Ihrer wissenschaftlichen Arbeit an?

  • Immer noch werden angehende Chirurgen in Österreich direkt am Patienten während Operationen ausgebildet. Die Unerfahrenheit eines auszubildenden Chirurgen stellt natürlich ein hohes Risiko für den Patienten dar. Eine neuartige Möglichkeit, die chirurgische Ausbildung und das Training zu unterstützen, sind Simulatoren. Simulatoren erlauben einem Chirurgen sich in einer sicheren Umgebung notwendige chirurgische Fertigkeiten anzueignen ohne dabei einen Patienten zu gefährden. Wichtig beim Training am Simulator ist nicht nur, dass alles so echt wie möglich aussieht, sondern sich auch so echt wie möglich anfühlt. Durch die Entwicklung von künstlichen Knochen, die sich beim Fräsen, Bohren und Schrauben wie echte menschliche Knochen verhalten, kann ich mit meiner Forschung einen wichtigen Teil zur chirurgischen Ausbildung beitragen und somit die Sicherheit von Patienten erhöhen.

  • Wo stehen Sie gerade in Ihren Forschungen?

  • Um wiederholbare und einheitliche und somit vergleichbare Messungen an menschlichen Knochen und künstlichen Materialien durchführen zu können, baue ich gerade einen Materialteststand auf, der mir typische Parameter für die chirurgischen Prozeduren aufzeichnen kann. Dabei werden chirurgische Geräte wie Bohrer oder Fräser eingebunden, die auch in einer realen Operation verwendet werden. Sobald dieser Teststand fertig ist, kann ich mit dem Evaluieren von unseren ersten entwickelten Materialien beginnen.

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  • Eva Reichart

  • Masterarbeit "Erhöhung des Automatisierungsgrades von Produktionsmaschinen durch selbstständige Fehlererkennung und -behebung" am FH Technicum Wien, Forschungslabor Industrie 4.0

  • Was ermöglicht Ihnen das TÜV AUSTRIA Wissenschaftsstipendium?

  • Aufgrund meiner Berufstätigkeit neben dem Studium (berufsbegleitender Studiengang) ist mir durch das TÜV Austria Wissenschaftsstipendium ermöglicht worden, die Anzahl meiner wöchentlichen Arbeitsstunden außerhalb des Studiums zu reduzieren und somit den Fortschritt meiner Forschungsarbeit neben dem regulären Studienbetrieb in einem höheren zeitlichen Ausmaß vorantreiben zu können.

  • Was streben Sie mit Ihrer wissenschaftlichen Arbeit an?

  • Durch meine wissenschaftliche Arbeit möchte ich einen Beitrag zu einer Weiterentwicklung eines Fachgebietes im Bereich Industrie 4.0 leisten. Durch die Wichtigkeit dieses Themas für Industrie und Forschung bietet sich somit auch die Möglichkeit, eine Grundlage für zukünftige Forschungsprojekte zu schaffen und zu erarbeiten.

  • Wo stehen Sie gerade in Ihren Forschungen?

  • Zur Erarbeitung aussagekräftiger Messungen werden umfangreiche Vorarbeiten benötigt. Hierzu befinde ich mich gerade in der Recherche und Auswahl geeigneter Sensoren. Anhand benötigter Eigenschaften wird eine Vorauswahl getroffen und durch einen Versuch und den somit erhobenen Daten der optimale Sensor für den gewünschten Messbereich für die Hauptmessungen verifiziert.

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  • Carina Seidnitzer-Gallien

  • Dissertation "Aufbau eines Energiecontrollings in Industriebetrieben" an der Montanuniversität Leoben

  • Was ermöglicht Ihnen das TÜV AUSTRIA Wissenschaftsstipendium?

  • Das Stipendium unterstützt das effektive Vorankommen an der Dissertation, zum einen durch den regelmäßigen fachlichen Austausch und zum anderen wird dadurch der Besuch an wissenschaftlichen Kongressen und Seminaren ermöglicht.

  • Was streben Sie mit Ihrer wissenschaftlichen Arbeit an?

  • Das Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist es, der energieintensiven Industrie einen Implementierungsleitfaden in der Form eines Phasenmodells zur Verfügung zu stellen, welches ein systematisches uns schlankes Energiecontrolling zulässt. Neben dem Implementierungsleitfaden liefert die Arbeit auch ein Rahmenkonzept für die Struktur des Energiecontrollings, bedarfsorientiert Energiekennzahlen und -kennlinien zu definieren.

  • Wo stehen Sie gerade in Ihren Forschungen?

  • Das Rahmenkonzept für den Aufbau eines strukturierten Energiecontrollings ist bereits abgeschlossen. Aktuell arbeite ich an der Entwicklung des Phasenmodells zur Implementierung, welches durch ein Pilotprojekt in der Eisen- und Stahlindustrie unterstützt wird.

    Kontakt Wissenschaftsstipendium:
    Michael Thomas, E-Mail: mailto:michael.thomas@tuv.at
    
    Rückfragen:
    Mag. phil. Andreas WANDA
    Stv. Bereichsleiter Marketing & Kommunikation
    TÜV AUSTRIA Unternehmensgruppe
    Krugerstraße 16
    1015 Wien
    Mobil: +43 664 88947765
    Tel.: +43 1 51407-6194
    Fax: +43 1 51407-76194
    Mail: mailto:andreas.wanda@tuv.at
    Web: http://www.tuv.at
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    Video: http://www.tuv.at/video

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