Gastkommentar

Ivo Filatsch © CHRISTIANWIND.COM
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Dossier

"Film schafft Wissen"

Gastkommentar

19.12.2015
  • Wien (Gastkommentar) - Wissenschaftsfilm - dieser trockene Begriff wirkt auf viele Menschen nüchtern, ja geradezu abschreckend. Dabei sind es gerade die Wissenschaften, die besonders spannende Geschichten bieten - weil sie den grundlegenden Fragen über die Welt nachgehen, in der wir leben. Film wiederum ist das Medium, das Wissen sichtbar, hörbar, ja erlebbar macht - und dadurch Fakten, Erkenntnisse und Zusammenhänge auf eine Weise vermitteln kann, die umfassender ist als etwa im Radio oder in Printmedien.

  • Hätten Sie's gewusst? Jeder Mensch ist ein Planet - eine Welt für sich. Mit freiem Auge nicht zu erkennen, wird unser Körper - innen wie außen - von Myriaden verschiedenster Kleinstlebewesen bevölkert.

  • Innovative Computeranimationen, aufwändige Real-Drehs und ein packendes Skript erwecken diese unbekannte Welt visuell zum Leben: die Dokumentation "You, Planet" der Wiener Terra Mater Factual Studios erforscht den Planeten Mensch. Der vielfach preisgekrönte Film wurde in 3D produziert, so dass der Zuschauer quasi in seinen eigenen Körper eintauchen kann - und sich selbst auf eine Weise erlebt, wie es sonst nicht möglich wäre.

  • Aus Bild und Ton, Grafik, Musik sowie Text entsteht ein Gesamtkunstwerk, das neben dem Wow!-Effekt den Zuschauer auch emotional erreichen soll - so kann man Inhalt und Botschaft einer Dokumentation eindrücklicher und nachhaltiger übermitteln. Schließlich soll ein Wissenschaftsfilm keine langweilige Lehrstunde sein, sondern im besten Fall eine freiwillige Lernstunde.

  • Der Anspruch erinnert an die Quadratur des Kreises: ein Thema wissenschaftlich korrekt und dennoch filmisch spannend, interessant und unterhaltsam zu gestalten. Allgemein gilt dabei die Faustregel: je abstrakter ein Thema, desto mehr Aufwand, Hirnschmalz und Kreativität benötigt man, um es richtig und gut umzusetzen.

  • Dieser Herausforderung stellt sich die Terra Mater Factual Studios GmbH seit ihrer Gründung Anfang 2011. Unsere Firma ist in kürzester Zeit zum größten Produktionshaus Österreichs herangewachsen. Entsprechend stolz sind wir, dass nur fünf Jahre später mehr als 100 Stunden an TV-Dokumentationen zu Buche stehen - viele davon entstanden als Koproduktion mit internationalen Partnern wie National Geographic Channel und PBS/Nature in den USA, dem Norddeutschen Rundfunk oder France Télévisions.

  • Auf dem weltweiten TV-Markt sind unsere Produktionen immer stärker gefragt. Zudem beweisen zahlreiche Preise und Auszeichnungen, dass sich handwerkliche Qualität, kreative Gestaltung und außergewöhnliches Storytelling durchsetzen.

  • Dabei hat jede TMFS-Dokumentation einen wissenschaftlichen Hintergrund, selbst wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt - denn auch bei Tier-Porträts oder in Naturfilmen spielt der aktuelle Stand der Forschung eine entscheidende Rolle.

  • Vom Klimawandel, der den Eisbären in der Arktis zu schaffen macht, dafür aber den Orcas neue Lebensräume eröffnet, bis zum ebenso informativen wie unterhaltsamen Porträt der Giraffe, vom Einfluss des Menschen auf die Evolution bis zu den komplexen Ökosystemen in Weltgegenden wie Brasilien, Kanada oder Sri Lanka - ohne Wissenschaft und Forschung wären all diese Filme und Serien nicht denkbar.

  • Aber das ist interessanterweise keine Einbahnstraße, denn umgekehrt passiert es nicht selten, dass Aufnahmen, die im Zuge von Doku-Dreharbeiten entstehen, für die Forschung interessant sind. Eine Szene etwa, in der Orcas eine Herde von Narwalen attackieren, war für Experten überraschend und aufschlussreich, denn die Orcas enthüllten dabei ein Verhalten und eine Jagdtaktik, die noch nie zuvor beobachtet worden waren.

  • Neben dem klassischen Doku-Format sind die Terra Mater Factual Studios auch für das innovative Wissenschaftsmagazin TM Wissen verantwortlich. Dessen Beiträge decken ein breites Spektrum an Forschung und Technik ab. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen hinter den Wissenschaftsprojekten - ihre Begeisterung, ihre Neugier, ihre Erkenntnisse machen diese Form des Wissenstransfers von den Experten zum TV-Publikum besonders effektiv und erfolgreich.

  • Damit nicht genug, produziert TMFS auch große Kinofilme mit wissenschaftlichem Background. Die Quantenmechanik ist jetzt nicht gerade das einfachste Thema, das man sich dafür aussuchen kann. Aber die seltsamen Bedingungen der Quantenwelt liefern eine spannende Spielwiese für Science Fact und Science Fiction.

  • Die Kinoproduktion DXM (kurz für Deus ex Machina) zeigt Sam Neill (Hauptdarsteller in "Jurassic Park") in einer Hauptrolle und präsentiert eine Welt, in der Informationen zwischen menschlichen Gehirnen ausgetauscht werden können, in der Gedankenkontrolle an der Tagesordnung ist - und in der das Bewusstsein aller Menschen letztlich zu einer einzigen, großen Gesamt-Bewusstheit verschmilzt.

  • So SciFi-mäßig der Plot auch scheint - dieser Kinofilm basiert auf aktuellen Studien und Experimenten. Für die begleitende Dokumentation filmte ein Team der Terra Mater Factual Studios in weltweit führenden Forschungsstätten und Labors, die sich mit Robotik und Künstlicher Intelligenz befassen.

  • Das Ergebnis wird eine Factual Production im besten Sinne, eine Vision unserer Welt von morgen - informativ und spannend, aufschlussreich und überraschend, ganz nach dem Motto: Wissenschaftsfilm - Film schafft Wissen...

Zur Person

Ivo Filatsch, Executive Producer der Terra Mater Factual Studios

Ivo Filatsch ist Executive Producer der Terra Mater Factual Studios - und in dieser Position für TV-Produktionen in den Bereichen Wissenschaft, Natur und Tiere verantwortlich. 2011 gestaltete er als Autor und Regisseur den Polarlicht-Film "Aurora - Fackeln am Firmament", 2012 folgte die Dokumentation "Meteorite - Bedrohung aus dem All". Zuvor war Filatsch von 1992 bis 2010 als TV-Redakteur in der Wissenschaftsabteilung des ORF tätig - anfangs für die Sendungen "Wissen aktuell" und "Wissen Spezial", ab 1995 zehn Jahre lang für "Modern Times" und "Modern Times Spezial", danach für "Newton", bevor er zur UNIVERSUM-Redaktion wechselte.

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