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IMBA Forscher erhalten ERC Advanced Grant und ERC Starting Grants

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31.10.2013
  • Wien (ÖAW) - Josef Penninger, Senior Scientist und wissenschaftlicher Direktor am Wiener Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), erhält eine hochdotierte Förderung des Europäischen Forschungsrats (European Research Council - ERC). Der Advanced Grant ist knapp 2,5 Millionen Euro wert und wird über einen Zeitraum von fünf Jahren ausbezahlt. Die beiden Gruppenleiter Stefan Ameres und Kikue Tachibana Konwalski erhalten je einen ERC Starting Grant im Wert von 1,5 Millionen Euro, ebenfalls über einen Zeitraum von fünf Jahren ausbezahlt.

  • ERC Advanced Grant:

  • Josef Penninger -HAPLOID (Projekttitel: : Yeast genetics in mammalian cells to identify and validate fundamental mechanisms of physiology and pathophysiology), IMBA Senior Scientist und wissenschaftlicher Direktor

  • Alle Säugetierzellen besitzen zwei Chromosomensätze (diploid). Bei Forschern beliebte Organismen wie Hefe, haben nur einen einfachen Chromosomensatz (haploid). Rezessive Mutationen lassen sich darin viel einfacher herbeiführen und beobachten, weil eine zweite Genkopie fehlt. Josef Penninger ist es gelungen, eine haploide Stammzelllinie aus Mauszellen zu generieren. Er bricht damit ein Paradigma der Biologie und ermöglicht mithilfe dieser Technologie Einblicke in fundamentale biologische Prozesse. In Zukunft möchte er so etwa jene Gene identifizieren, die an Herz-Kreislaufkrankheiten oder Schmerzentstehung beteiligt sind. Die Technologie der haploiden Stammzellen birgt weiters großes Potenzial für das Screening möglicher Substanzen zur Krebstherapie.

  • ERC Starting Grants:

  • Stefan Ameres - miRLIFE (Projekttitel: Molecular Characterization of the microRNA Life-Cycle), IMBA Gruppenleiter seit 2012.

  • Durch ihren Einfluss auf die Genregulation spielen Mikro-RNAs eine große Rolle bei der Entwicklung verschiedener Gewebe und bei der Entstehung diverser Erkrankungen. Stefan Ameres beschäftigt sich mit der Erforschung der molekularen Mechanismen, welche die Mikro-RNAs regulieren. Sein Ziel ist es, die grundlegenden biologischen Vorgänge der Stilllegung von Genen (RNA silencing), an denen Mikro-RNAs maßgeblich beteiligt sind, zu entschlüsseln.

  • Kikue Tachibana-Konwalski - ChromHeritance (Projekttitel: Chromosoeme inheritance from mammalian oocytes to embryos), IMBA Gruppenleiterin seit 2011

  • Kikue Tachibana-Konwalski untersucht die molekularen Grundlagen der Chromosomenteilung und deren Vererbung von Eizellen an Embryos. Ihr Ziel ist es, in-vivo Testmethoden zu entwickeln, um herauszufinden, wie Chromatin-Reorganisation und Zellzyklus gesteuert werden. Mithilfe der selbst entwickelten Methoden möchte sie verstehen, wie dieser Prozess etwa mit der Entstehung von altersbedingter Unfruchtbarkeit oder Down Syndrom zusammenhängt.

  • Mit den Advanced Grants hat der ERC eine Förderschiene geschaffen, die sich an bereits etablierte Wissenschafter wendet. Mit den Mitteln sollen außergewöhnlich erfolgreiche Forscher dazu ermutigt werden, ambitionierte Projekte mit interdisziplinärem Charakter in Angriff zu nehmen. Die ERC Advanced Grants werden seit 2008 vergeben. Josef Penninger erhält die begehrte Förderung bereits zum zweiten Mal.

  • Die ERC Starting Grants werden seit 2007 vergeben und richten sich an ambitionierte Nachwuchswissenschafter. Ziel ist der Aufbau oder die Konsolidierung eines unabhängigen exzellenten Forschungsteams. Weiters soll den Wissenschaftern mithilfe der Fördergelder ermöglicht werden unabhängige Forschung in Europa betreiben zu können.

  • Insgesamt hatten sich beim aktuellen Call 3329 Wissenschafter beworben, davon 1073 aus dem Bereich Life Sciences. Bisher haben bereits sieben IMBA-Forscher ERC Förderungen erhalten.

  • IMBA:

  • Das IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut mit dem Ziel, molekulare Prozesse in Zellen und Organismen zu erforschen und Ursachen für die Entstehung humaner Erkrankungen aufzuklären. Unabhängige wissenschaftliche Arbeitsgruppen arbeiten an biologischen Fragestellungen aus den Bereichen Zellteilung, Zellbewegung, RNA-Interferenz und Epigenetik, ebenso wie an unmittelbaren medizinischen Fragestellungen aus den Gebieten Onkologie, Stammzellforschung und Immunologie. Das IMBA ist eine 100% Tochtergesellschaft der ÖAW. www.imba.oeaw.ac.at

  • ÖAW:

  • Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist die führende Trägerin außeruniversitärer akademischer Forschung in Österreich. Die 28 Forschungseinrichtungen betreiben anwendungsoffene Grundlagenforschung in gesellschaftlich relevanten Gebieten der Natur-, Lebens- und Technikwissenschaften sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. www.oeaw.ac.at

  • Quelle: IMBA

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