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Forschung hautnah erfahren © APA (Hochmuth)
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Mit Hands-on-Projekten Forschergeist wecken

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06.08.2015
  • Wien (APA-Science) - Zahlreiche Initiativen wollen bei der Jugend Interesse für wissenschaftlich-technische Zusammenhänge - die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) - schüren. Ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Plattformen

  • Rund 150 Partner hat das ScienceCenter-Netzwerk, darunter das AIT, die Universität Innsbruck, die Fachhochschule (FH) St. Pölten, die FH Kärnten, den Wissenschaftsfonds (FWF), die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), die Universität für angewandte Kunst Wien, die Universität für Bodenkultur oder das Zentrum für Soziale Innovation (ZSI). Aber auch Plattformen wie Open Science, die sich der Sichtbarmachung der Lebenswissenschaften verschrieben hat und etwa den "Schulkoffer Gentechnik" verleiht, Einschulungsseminare für Lehrer anbietet und die für die Experimente erforderlichen Geräte zur Verfügung stellt. Finanziert wird das ScienceCenter-Netzwerk unter anderem vom BMVIT, BMF, der Stadt Wien und der Industriellenvereinigung (IV).

  • Ein gemeinsames Dach für ausgewählte Initiativen im MINT-Bereich, Wirtschaft und Sprachentwicklung bietet die von Wirtschaft und Industrie initiierte Wissensfabrik. Der Fokus liegt vor allem bei Kindern im Kindergarten- und Volksschulalter.

  • Faszination Technik, eine Initiative von Industrie und Wirtschaftskammer (WK) Steiermark, zielt durch institutionenübergreifende Projekte und Kooperationen auf die steirische Nachwuchsförderung im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich ab.

  • Forschungspraktika

  • Im Rahmen seines Talente-Förderschwerpunkts unterstützt das BMVIT neben vierwöchigen Schülerpraktika auch Forschungskooperationen mit (vor-)schulischen Einrichtungen. Über die FEMtech-Schiene werden Praktika für Studentinnen gefördert, die den Einstieg in die angewandte Forschung attraktiver gestalten sollen.

  • Mit Young Science, dem im OeAD (Österreichischen Austauschdienst) angesiedelten Zentrum für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule, hat das BMWFW dezidiert Schüler, Lehrer und Forscher im Fokus. Über das Programm Sparkling Science etwa werden Forschungsprojekte in Kooperation von Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen durchgeführt.

  • Forscher und Forscherinnen kommen in die Schule

  • Im Rahmen der neuen Initiative "Young Science-Botschafterinnen" besuchen Wissenschafter Schulklassen und erzählen über ihren Werdegang, aktuelle Forschungsprojekte und ihren Arbeitsalltag. Die Wissenschafter arbeiten ehrenamtlich, die Organisation der Besuche übernimmt Young Science.

  • Wettbewerbe

  • An Kinder sowie die gesamte Öffentlichkeit richtet sich der vom BMWFW anlässlich des diesjährigen "Jahres der Forschung" ausgeschriebene Wettbewerb zur Zukunftsidee (Einreichfrist: 30.9.2015) des Landes. Ein Fixpunkt ist seit Jahren der Jugend Innovativ-Wettbewerb. Die vom BMVIT lancierte Plattform fti remixed informiert in kind- und jugendgerechter Aufbereitung über forschungsrelevante Themen und lädt regelmäßig zu einem Videowettbewerb. Der Technikwettbewerb TECmania für Schülerinnen und Schüler wird von der WK Wien gemeinsam mit der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems durchgeführt.

  • Kinderunis

  • Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren sind durch das sommerliche, zum Teil sogar ganzjährige Angebot der bundesweiten Kinderunis angesprochen: Hier stehen praktische Seminare gleichberechtigt neben Theorie-Vorlesungen.

  • Daneben gibt es Initiativen wie den unabhängigen Verein Science Pool, die Schul-Experimentierboxen bzw. den Leonardino-Wettbewerb des Automatisierungstechnikunternehmens Festo, die SEMI Hightech University von Infineon und PH Kärnten, das Bildungsprojekt TÜV AUSTRIA Kids, die Infoveranstaltung YO!TECH und das Foren-Tool YO! Einstein, die Wiener Zauberschule der Informatik (WIZIK), ein Projekt der Österreichischen Computer Gesellschaft, die Ideenattacke! der Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT) oder die Internationale Akademie Traunkirchen, die Seminare für Schülerinnen und Schüler, etwa zu den Themen Geologie oder 3D-Druck, anbietet.

  • Außerdem engagieren sich auch viele Museen, Science Center-Einrichtungen, Open Labs sowie Nationalparks mit ihren Programmen für die Nachwuchsförderung. Vor kurzem hat der Rat für Forschung und Technologieentwicklung ein Pixibuch unter dem Titel "Lina wird Forscherin" herausgebracht, das bei ausgewählten Wissenschaftsveranstaltungen kostenlos erhältlich ist. Nähere Infos zu diesen Events finden sich hier: www.facebook.com/LangeNachtderForschung

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