Dossier

Österreicher verlassen sich zu sehr auf andere © APA (dpa/Pleul)
5
Dossier

Österreicher sehen Verantwortung für Wasserhygiene beim Betreiber

Dossier

27.06.2019
  • Wien (APA) - Eine große Mehrheit der österreichischen Bevölkerung glaubt, dass die Verantwortung für die Trinkwasserqualität im Gebäude bei der Hausverwaltung liegt. Nur 13 Prozent nehmen sich korrekterweise auch selbst in die Pflicht, ergab eine aktuelle vom Forum Wasserhygiene in Auftrag gegebene Umfrage. Dass Trinkwasser in Leitungen verderben kann, weiß knapp mehr als die Hälfte der Befragten.

  • "Sobald Wasser in die Hausinstallation gelangt, muss es sorgfältig behandelt werden, damit es nicht verdirbt", erklärte Martin Taschl, Generalsekretär des Forum Wasserhygiene, bei einer Pressekonferenz in Wien. Die repräsentative unter 1.000 Befragten im Mai vom Marktforschungsinstitut Integral durchgeführte Umfrage zeige, dass die Österreicher sich zu sehr auf andere verlassen. Dabei seien sie für die Verbrauchsanlage selbst verantwortlich, meinte Taschl. Er nahm aber auch die Betreiber in die Pflicht. Sie sollten ihre Mieter über deren Pflichten hinsichtlich der Trinkwasserhygiene, wie das regelmäßige Kontrollieren und Austauschen von Schläuchen, Duschköpfen oder Boilern, besser aufklären.

  • Freispülen der Leitungen wichtig

  • Sinnbild der mangelnden Aufklärung ist etwa, dass nur jede zwanzigste befragte Person angab, dass in ihrem Mietvertrag das Durchspülen der Leitungen nach längerer Abwesenheit geregelt ist. Ein Freispülen der Leitungen ist allerdings wichtig, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Schließlich können sich Bakterien bei stehendem Wasser leichter vermehren. Auch lässt nur jeder fünfte Befragte seine Trinkwasserinstallationen vorbeugend warten.

  • Das Image des österreichischen Trinkwasser ist jedenfalls gut: 76 Prozent der Österreicher haben hohes Vertrauen in die Qualität ihres Leitungswassers und trinken es auch gerne. Auch für Touristen ist das heimische (Trink-)Wasser ein Aushängeschild. "International werden wir für unser sauberes Trinkwasser beneidet, diese wertvolle Ressource gilt es unbedingt zu schützen", sagte Ariane Tockner, Stabstellenleiterin bei Österreich Werbung.

  • Eine von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Evaluierung der bestehenden EU-Trinkwasserrichtlinie zeigte mangelhafte Wartung und fehlendes Bewusstsein als besondere Gefahrenpunkte für die Qualität des Trinkwassers auf. Ein Neuentwurf der Richtlinie sieht nun eine Risikobewertung der gesamten Hausinstallation bis hin zu den Wasserhähnen vor. Der Generalsekretär des Forum Wasserhygiene würde die Umsetzung dieses Entwurf begrüßen. Schließlich würde dadurch ein wichtiger Gefahrenpunkt für die Trinkwasserqualität - die Hausinstallation - gebührend gewürdigt werden.

STICHWÖRTER
Umfrage  | Wasser  | Demografie  | Essen und Trinken  | Wien  | Dossier  | Umwelt  | Ressourcen  | Gesellschaft  | Lebensart  | Lifestyle  | Haus und Heim  | Umfragen  |

Dossier

Wasser ist wohl der wichtigste Rohstoff auf unserem Planeten, ohne ihn geht eigentlich nichts. In Österreich nimmt man ihn als derart selbstverständlich hin, dass man im Alltag kaum ...

Gastkommentare

"Nach der Dürre ist vor der Dürre"
von Wolfgang Wagner
Technische Universität Wien
"Wasser für die Großstadt: Joseph Skoda und die Wiener Hochquellenleitungen"
von Herwig Czech
Medizinische Universität Wien (derzeit Charité Berlin)
"Ressource Wasser - unverzichtbar für die österreichische Energieversorgung"
von Josef Bärnthaler
Ulrike Zankel-Pichler
Matthias Theissing - FH Joanneum
"Wasser in der Stadt: Unsichtbares sichtbar machen"
von Manfred Kleidorfer
Universität Innsbruck

Hintergrundmeldungen

In der Leitzentrale laufen die Fäden der Wiener Wasserversorgung zusammen © Siemens

Wie Wien zum Wasser kommt

Die Adresse ist nicht geheim, aber auch nirgends angegeben. Wer das ...
Schlögener Schlinge © APA/HEF

Österreichs Wasserqualität ist kein Selbstläufer

Von der kleinen Alpenquelle bis zum großen Donaustrom, vom romantischen ...
Nationalpark in drei Bundesländern: Salzburg, Kärnten, Osttirol © NP Hohe Tauern/Brunner-Images.at

Wasser im Nationalpark Hohe Tauern: "Es war ein schwerer Kampf"

Im Nationalpark Hohe Tauern dreht sich alles ums Wasser. APA-Science hat sich ...
Modell des Produkts © SFC Umwelttechnik, Cöcü Ergül

Kläranlagen reinigen noch klarer

Der Mensch hinterlässt mit seinen Abfällen deutliche Spuren im Wasser. ...
Österreicher verlassen sich zu sehr auf andere © APA (dpa/Pleul)

Österreicher sehen Verantwortung für Wasserhygiene beim Betreiber

Eine große Mehrheit der österreichischen Bevölkerung glaubt, dass die ...
Zwei Wasser-Formen könnten die zahlreichen Anomalien von Wasser erklären © APA

Hinweise mehren sich: Wasser könnte aus zwei Flüssigkeiten bestehen

Wasser unterscheidet sich in mehr als 60 Eigenschaften von fast allen anderen ...
Regenverwöhnte Regionen sind kaum vorbereitet © APA (dpa)

Forscher: Donauraum wird zunehmend von Dürren heimgesucht

Dürren erregen im Donauraum im Gegensatz zu Überschwemmungen wenig Aufsehen, ...
Viele Flüsse sind in ein künstliches Korsett gezwängt © APA (Wehap)

Nur ein Drittel der längsten Flüsse weltweit fließt noch ungestört

Nur noch ein Drittel der über 1.000 Kilometer langen Flüsse weltweit kann ...

Mehr zum Thema