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Dreharbeiten im Physiklabor der Uni Rostock © Universität Rostock
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Serienreife Forschung: Und ewig lockt die Liebe

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27.02.2014
  • Wien (APA-Science) - Dass die Protagonistinnen von TV-Serien nicht zwangsläufig notorisch dem Shopping verfallen, als Modedesignerin oder in der Medienwelt tätig sein müssen, versucht eine von der Stadt Rostock und dem Wissenschaftsmarketingverein "Rostock denkt 365°" ins Leben gerufene Miniserie zu beweisen. Das Filmprojekt namens "Sturm des Wissens" funktioniert wie eine typische Seifenoper mit Herz, Schmerz und Intrigen - angesiedelt aber rund um sieben junge Menschen, die an Rostocker Wissenschaftseinrichtungen arbeiten oder studieren.

  • Besonders junge Frauen zwischen 14 und 20 Jahren wollte man mit der Serie erreichen und für ein Studium der MINT-Fächer - also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - begeistern. Im Jänner wurde die letzte der insgesamt fünf einstündigen Folgen ausgestrahlt, nun sind sie online abrufbar. Original-Schauplätze wie das Institut für Ostseeforschung Warnemünde, das Marine Science Center, das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, die Universität Rostock oder die Hochschule für Musik und Theater Rostock sorgen für den authentisch wissenschaftlichen Flair.

  • Soap statt Doku

  • Wie es zu der Idee kam? Entstanden sei sie "am runden Tisch", erzählt Judith Platz-Greitsch. Der Initiator, Uwe von Lukas habe festgestellt, seine Töchter würden am liebsten Seifenopern schauen. "Da müsste man mal ansetzen", habe der am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock tätige Informatiker, der dort das Competence Center Maritime Graphics leitet, angeregt.

  • Die Rückmeldungen seien überwältigend positiv, erklärt Projektkoordinatorin Judith Platz-Greitsch. Von der Qualität, sowohl inhaltlich als auch filmisch, seien Eltern, Lehrer und Schulklassen begeistert. "Die Serie verbreitet sich schnell. Wobei klar ist, dass die Vorführung selbst nur als Aufhänger für weitere Diskussionen dient", sagt sie. Von Einzelrückmeldungen lasse sich natürlich nicht auf die Masse schließen, aber: "Wir haben E-Mails von Vätern bekommen, die ganz happy waren, dass sich ihr Kind jetzt plötzlich für Physik interessiert."

  • Vorführung auch in Wien

  • Nun werde daran gearbeitet, die Bekanntheit der Soap weiter zu steigern. So sind beispielsweise neben einer Sondervorführung im Rahmen des Filmfestivals in Rostock auch eine komplette Vorführung in Hamburg und eine Vorführung in Wien im Rahmen des Töchtertags am 24. April im UCI Millenium City geplant.

  • Ebenfalls auf der Agenda stehe für heuer die deutsche Untertitelung der fünf Teile, um auch hörgeschädigte Menschen zu erreichen. Falls alles nach Plan laufe, komme danach die Internationalisierung. Ein "Überhammer" wäre eine zweite Staffel. "Das wünschen wir uns natürlich, aber wenn, dann realistischerweise als eine Art Spin-Off - also mit anderen Hauptfiguren und einer anderen Wissenschaftsrichtung", zeigt sich die Medienfachfrau optimistisch.

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