Dossier

Die WU will das Smartphone zu einem universitären Universaltool machen © APA (AFP)
5
Dossier

Unis erhalten 50 Mio. Euro für Digitalisierungsprojekte

Dossier

30.01.2020
  • Wien (APA) - Die Universitäten erhalten insgesamt 50 Millionen Euro zur Umsetzung von 35 Projekten zur digitalen und sozialen Transformation. Die im Uni-Budget dafür reservierten Mittel wurden im Zuge einer Ausschreibung vergeben, deren Ergebnisse präsentiert wurden.

  • Insgesamt waren 71 Projekte von 21 der 22 öffentlichen Universitäten eingereicht worden. Die ausgewählten Vorhaben müssen nun bis 2024 umgesetzt werden. Umfasst sind dabei Maßnahmen in Lehre, Verwaltung und "Open Science". "Mit dem heutigen Tag können die öffentlichen Universitäten durchstarten in die 2020er Jahre und gezielt in ihre Digitalisierungsanstrengungen investieren", so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in einer Aussendung. "Noch nie zuvor wurden 50 Mio. Euro derart fokussiert für innovative, neue und kreative Digitalisierungsprojekte an Universitäten in die Hand genommen."

  • Kooperationen und Cluster

  • Die Mittel seien nicht nach dem Gießkannenprinzip vergeben worden. "Gefördert werden wirklich strukturverändernde, richtungs- und zukunftsweisende Projekte, die das Potenzial haben, das gesamte Universitäts- und Hochschulsystem innovativ und leistungsfähig für das digitale Zeitalter zu gestalten. Das können also auch nur Vorhaben sein, die mehrere Universitäten und andere Hochschulen und Bildungseinrichtungen gemeinsam umsetzen", so Faßmann. Der Zusammenschluss zu Kooperationen und Clustern sei deshalb ein weiteres, wichtiges Auswahlkriterium gewesen.

  • Unter anderem wird die 2013 von Technischer Universität (TU) Graz und Universität Graz gegründete einzige österreichische MOOC-Plattform (Massive Open Online Courses) "iMoox" weiterentwickelt. Einige Vorhaben drehen sich außerdem um "Learning Analytics", also die Erhebung, Auswertung und Verarbeitung von Lerndaten von Studenten. Die Medizin-Unis wiederum konzentrieren sich in ihren Vorhaben etwa auf digitale Histologie bzw. die Digitalisierung der bisher durch Mikroskope vermittelten Lehrinhalte.

  • Andere Projekte beschäftigen sich mit Initiativen zu "Open Science", womit ein möglichst freier Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten garantiert werden soll. Im Bereich soziale Transformation hat sich die Universität Graz den Aufbau eines "inklusiven Forschungszentrums" vorgenommen.

  • Effizientere Verwaltung

  • Digitalisierung soll aber auch die Hochschulverwaltung effizienter machen. Mit "Mobile First" will etwa die Wirtschaftsuniversität (WU) das Smartphone zu einer Art universitärem Universaltool machen, mit dem sich sämtliche Tätigkeiten am Campus erledigen lassen (z. B. Ausdrucken von Unterlagen, Aufsperren von Zugängen). Im Rahmen von "AHESN Next" wird unter Führung der Uni Klagenfurt unter anderem eine Plattform zur Anerkennung gleichwertiger Prüfungsleistungen über verschiedene Hochschulen hinweg aufgebaut.

  • Aufgrund von Abstrichen bei den eingereichten Projekten nicht ganz so zufrieden zeigte sich die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Sabine Seidler. "Wir sind nicht so froh darüber, dass so massive Kürzungen vorgenommen wurden, dass teilweise nach den Kürzungen die Sinnhaftigkeit der Projekte in Frage gestellt werden muss", so Seidler bereits in der Vorwoche beim Neujahrsempfang der uniko. Man müsse nun sehen, wie zusätzliche Ressourcen aufgebracht werden und was tatsächlich in den Projekten umgesetzt werden könne.

STICHWÖRTER
Universität  | IT  | Österreich  | Wien  | Dossier  | Österreichweit  | Bildung  | Schule  | Hochschulwesen  | Wirtschaft und Finanzen  | Branchen  |

Dossier

Visionen und Engagement auf der einen, Geldmangel und Unstimmigkeiten auf der anderen Seite: Die digitalen Geisteswissenschaften haben in den vergangenen fünf Jahren in Österreich zwar einen deutlichen Schub ...

Gastkommentare

"Der digitale Archäologe"
von Wolfgang Neubauer
LBI ArchPro und Universität Wien
"Das Naturhistorische Museum Wien macht seine Sammlungen digital zugänglich"
von Irina Kubadinow
Pressesprecherin Naturhistorisches Museum Wien
"Digitale Geisteswissenschaften? Läuft!"
von Sibylle Wentker
Österreichische Akademie der Wissenschaften
"Digitale Editionen retten das kulturelle Erbe"
von Anke Bosse
Universität Klagenfurt

Hintergrundmeldungen

200.000 Bände des Prunksaals wurden digitalisiert © APA (Schlager)

Das digitale Gedächtnis Österreichs

Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) hat bereits in den Kindertagen des ...
Digitalisierung verändert das Lesen - und den Leser © Annika Schwabe

D!gital€ Spr@che

Wie nennt man das, was von einem Apfel übrig bleibt, nachdem er gegessen wurde? ...
Augmented Reality erweckt das Museum zum Leben © APA/AFP/JKL

Digital Geschichte(n) erzählen

Die digitale Technik hat auch verändert, wie Geschichte erforscht, vermittelt ...
Repositorien machen Forschungsmaterialien breit zugänglich © Sandra Lehecka

Forschungsinfrastruktur: Leuchttürme, aber noch viel Luft nach oben

Von einer viele Millionen Euro schweren nationalen Forschungsdateninitiative ...
In Europa stößt man allerorts auf historische Daten © APA (dpa)

Projekt "Time Machine" will virtuelle Zeitreisen ermöglichen

Aus historischen Daten aus ganz Europa soll ein "Big Data der Vergangenheit" ...
Die Gedenkstätte Mauthausen gehört zum Projektkonsortium © APA/Harald Schneider/HDS

Forschungsprojekt bereitet Holocaust-Filmdokumente digital auf

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Ludwig Boltzmann ...
Analoge Materialen digitalisieren, miteinander verknüpfen und aufbereiten © APA (Wasserfaller)

Studie: Digitale Geisteswissenschaften mit "enormen Potenzialen"

Die digitalen Geisteswissenschaften sind in Österreich gut aufgestellt, die ...
Die WU will das Smartphone zu einem universitären Universaltool machen © APA (AFP)

Unis erhalten 50 Mio. Euro für Digitalisierungsprojekte

Die Universitäten erhalten insgesamt 50 Millionen Euro zur Umsetzung von 35 ...
WWTF verdoppelt Mittel der Stadt © APA (Fohringer)

Wien fördert Forschung zu "Digitalem Humanismus" mit 2 Mio. Euro

Mit dem in diesem Jahr gestarteten Forschungsprogramm "Digitaler Humanismus" ...

Mehr zum Thema