Blutdiagnose relativ einfach und ganz ohne Labor
Die Diagnose von Blut ist in der Regel abhängig von Laboren. In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass künftig viel für dezentrale Lösungen spricht. Ein internationales Forscherteam arbeitet derzeit an einer Diagnostikplattform, die Blutanalysen ohne Laborausrüstung und Stromversorgung ermöglichen soll. Ein Knackpunkt des EU-Projekts "FORTIFIEDx" ist dabei ein von der am Projekt beteiligten Forschungseinrichtung Joanneum Research entwickelter mikrofluidischer Teststreifen.
Die Idee ist, dass die Blutabnahme über winzige Nadeln des Mikrofluid-Pflasters erfolgt. Diese dringen schmerzfrei in die Haut ein und nehmen eine vorher definierte Blutmenge von fünf Mikrolitern ab. Das so gewonnene Blut wird laut den Forschern in der Folge in einem geschlossenen Mikroanalyse-System exakt dosiert, gemischt und zu verschiedenen Detektionszonen geleitet. Der Blutfluss innerhalb der Plastikfolie werde dabei rein mechanisch ohne Pumpe oder Stromzufuhr gesteuert, hieß es in einer Mitteilung.
Hohe Durchsatzrate und geringe Stückkosten
Der mikrofluide Schnelltest wird von Joanneum Research mit einer speziellen Methode und unter Verwendung des Verfahrens der "UV-Nanoimprint-Lithografie" hergestellt. Das ermögliche "eine parallele Mikro- und Nanostrukturierung großflächig, mit einer hohen Durchsatzrate und geringen Stückkosten. So wird eine industrielle Fertigung effizient und ... als Produkt skalierbar", wurde Chemikerin Anja Haase von Joanneum Research zitiert.
Das "Minilabor" werde derzeit anhand von Tests für hochinfektiöse und sexuell übertragbare Krankheiten validiert, schreiben die Joanneum-Forschenden weiter. Künftig könnte das Diagnosepflaster neben der Routinediagnose auch in pandemischen Krisen oder Regionen ohne entsprechende Laborausrüstungen eingesetzt werden. Am Forschungsprojekt sind auch die Montanuniversität Leoben und das Polymer Competence Center Leoben beteiligt.
Service: https://www.fortifiedx.eu/