KI-Kooperation zwischen FH Oberösterreich und der Schweiz
Schweizer Botschafterin lädt Digitalisierungs-Professor der FH Oberösterreich zur Zusammenarbeit mit eidgenössischen Expert*innen ein.
Sollen wir der KI in verschiedenen Lebensbereichen vertrauen? Dieser Frage ging die Schweizer Botschaft in Österreich bei einem hochkarätig besetzten Forum mit Expert*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft nach. FH-Prof René Riedl, Leiter des Joint-Masterstudiengangs Digital Business Management (DBM), beschäftigt sich am Campus Steyr der FH Oberösterreich speziell mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz. Zum Thema "Vertrauen in die KI" hat er auch kürzlich ein Buch veröffentlicht. Die eidgenössische Botschafterin Salome Meyer vernetzt ihn daher nun aktiv mit der Schweizer Fachwelt.
"Vertrauen in die KI darf nicht blind gewährt werden, aber grundsätzliches Misstrauen ist ebenso wenig angebracht", formuliert René Riedl sein Credo einer Balance zwischen uneingeschränkter Euphorie und völliger Ablehnung. Wir sollten laut Riedl der KI dann vertrauen, wenn sie nachweislich dabei helfen könne, individuelle, betriebswirtschaftliche oder gesellschaftliche Ziele zu erreichen. Wenn sie diese Ziele gefährdet, ist Misstrauen angebracht. "Vertrauen muss also immer rational begründet und überprüfbar sein – auch wenn Menschen oftmals Bauchentscheidungen treffen", fasst der Experte zusammen.
KI ist nicht nur für Profite da
Standen zunächst lange Zeit technische Fragen der KI-Entwicklung im Mittelpunkt, so liegt ein weiterer Akzent nun verstärkt auf der Frage: Was macht die KI mit den Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft?
In diesem Themenfeld intensivierten sich im Laufe des Jahres die Kontakte von René Riedl mit Schweizerischen Netzwerken, die nun in eine offizielle Einladung der Schweizer Botschafterin mündeten.
60 geladene Gäste aus Wirtschaft und Forschung waren zu einem fachlichen Austausch in die Botschaft eingeladen. René Riedl stellte sein neues Buch vor, Liudmila Zavolokina von der Universität Lausanne ging danach auf KI und demokratische Prozess ein – und durch den Abend führte Moderatorin Alexandra Ciarnau von Women in AI Austria. Neben hochkarätigen Gästen aus Wirtschaft und Wissenschaft waren auch einige erfolgreiche Absolvent*innen von Riedls DBM-Studiengang bei der Veranstaltung dabei – "weil es uns wichtig ist, mit unseren Studierenden auch nach dem Studienabschluss im engen Austausch zu bleiben", so Riedl.
Mit dem Kollegiumsvorsitzenden der FH Oberösterreich, dem an der Fakultät Hagenberg verwurzelten KI-Experten FH-Prof. Michael Affenzeller, war hier auch die "IT-technische Seite" der Betrachtung von KI vertreten. "Vertrauen in Menschen und Vertrauen in Technologie hat beim Thema der KI viele Überlappungen", erklärt Affenzeller, "da einerseits KI-Modelle typischerweise auf menschengenerierten Daten basieren und andererseits der menschliche Nutzer neue mächtige Werkzeuge in die Hand bekommt, die ebenso nutzbringend wie auch missbräuchlich eingesetzt werden können".
Fortsetzung der Kooperation mit der Schweiz
Teil dieser nunmehr etablierten Zusammenarbeit mit der Eidgenossenschaft wird ein Besuch einer Delegation unter der Leitung von Botschafterin Meyer am Campus Steyr der FH Oberösterreich im März 2026 sein. Bis dahin werden die Kontakte aus Oberösterreich sowohl zu Wissenschaftsinstitutionen wie der ETH Zürich oder der Uni Bern als auch zu Unternehmen im Nachbarland weiter intensiviert.
Rückfragekontakt: Dr. Andreas Berndt MA 0043/(0)50804-54010 E-Mail: andreas.berndt@fh-linz.at