Tiroler "Health Hub" eröffnet
Der "Health Hub Tirol" ist offiziell eröffnet worden. Bisher hat das Land dort - 2021 war von 4,5 Mio. Euro die Rede gewesen - rund 10 Mio. Euro unter anderem in Infrastruktur und Förderprogramme investiert. Geboten werden Life-Science-Unternehmen nun auf rund 4.000 Quadratmetern etwa Labor- und Büroräume sowie Werkstätten. Bereits neun Unternehmen waren am Standort angesiedelt, weitere 14 sollen folgen, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.
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Die Verdoppelung der geplanten Investitionssumme wurde indes gegenüber der APA mit der Gewährung von zusätzlichen Förderungen begründet. Diese wurden etwa für "Investitionen in Services, Beratungsangebote und Förderprogramme für Unternehmer und für den laufenden Betrieb" bereitgestellt. Ein Teil der Investitionskosten würde durch Mieteinnahmen refinanziert, wurde versichert.
Durch diese Bündelung an einem Standort trete "die Vernetzung in den Mittelpunkt", betonte Tirols Wirtschaftslandesrat Mario Gerber (ÖVP) bei dem Medientermin. Der "Health Hub Tirol" vernetze "Talente, Wissenschaft und Kapital" und beschleunige somit sowohl Uni-Ausgründungen - also aus dem universitären Umfeld entstandene Unternehmen - als auch Unternehmenswachstum insgesamt, strich Gerber heraus. Das alles sei vor dem Hintergrund wichtig, dass Tirol bereits jetzt ein führender Life-Science-Standort im Alpenraum sei: "Von rund 80 Unternehmen wird aktuell jährlich ein Umsatz von vier Milliarden Euro erwirtschaftet". Zudem seien etwa 11.000 Personen in diesem Bereich beschäftigt.
"Health Hub" soll mit neuen Laboren "Lücke schließen"
Auch aufgrund dieser Zahlen des stark wachsenden Segments "Life Science" - darunter lassen sich beispielsweise Gebiete wie Pharmazie, Biochemie oder Biomedizin fassen - sei es darum gegangen, "endlich eine Lücke zu schließen", sagte Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. Der "Health Hub" ist eine hundertprozentige Tochter der Standortagentur Tirol, die wiederum eine Einrichtung des Landes ist. Der "physische Hub" stelle nunmehr jedenfalls unter anderem dringend benötigte, neue Laborräumlichkeiten zur Verfügung. Das Fehlen ebenjener in Innsbruck hätte zuvor zum Beispiel "Unternehmensausgründungen aus der Universität" zum Teil sehr schwer gemacht.
"Spezifische Betreuung" und ein Ort für Start-Ups
Mit dem "Health Hub" werde außerdem auch den Besonderheiten des Life-Science-Bereiches Rechnung getragen, führte der Geschäftsführer des "Health Hubs", Klaus Weinberger, aus. Produkte in diesem Bereich hätten nämlich einen "langen Entwicklungszeitraum" und verursachten für die Unternehmer sehr hohe Kosten bis zur Marktreife eines Medikamentes. Gute Infrastruktur und eine "spezifische Betreuung" seien unterstützend auf diesem herausfordernden Weg überaus wichtig, so Weinberger.
Josef Penninger, Gründer der im Hub ansässigen Firma Angios Biotech, sah Tirol schließlich generell als "tollen Standort mit einer tollen Universität und tollen Leuten". Der neue "Hub" könne den Akteuren im Life-Science-Sektor "einen Platz bieten, wo sie mit ihren Unternehmen anfangen können". Der Boden für das "Anfangen" sei im Bundesland generell jedenfalls gut: "Es gibt eine überaus positive Einstellung zu den Life-Sciences und zur Wissenschaft ganz allgemein."
Errichtung 2021 unter Platter angekündigt
2021 hatte das Land - damals noch unter Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) - davon gesprochen, rund 4,5 Mio. Euro in die Errichtung des "Health Hub" investieren zu wollen. Damit wolle man ein "bestehendes Stärkefeld" unterstützen, hieß es. Bis 2025 sollten insgesamt fünf Gesundheitszentren, 30 neue Unternehmen und 200 hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Der Standort in der Exlgasse zeichne sich durch die Nähe zu den Universitäten, den Tirol Kliniken und einigen Unternehmen aus, betonte Platter.