Zahlen erzählen Geschichten: Wie Data Scientist Natalia Burkina in Vorarlberg robuste Entscheidungen möglich macht.
Am 11. Februar wird weltweit der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft gefeiert. Auch an der FHV - Vorarlberg University of Applied Sciences leisten Frauen einen bedeutenden Beitrag zur wissenschaftlichen Entwicklung: Aktuell sind 35 % der Forschenden an der FHV Frauen (Kopfzahl). Sie prägen maßgeblich unsere Arbeit in den Forschungszentren und -gruppen.
Zu diesem besonderen Tag haben wir ein Interview mit Natalia Burkina - Forscherin am Forschungszentrum Business Informatics der FHV geführt. Wie sie mit Logik, Zahlen und Machine Learning komplexe Probleme unter unsicheren Bedingungen verständlich macht, erfahren Sie hier:
Von der Ukraine nach Vorarlberg:
Data Scientist Natalia Burkina forscht am Forschungszentrum Business Informatics der FHV - Vorarlberg University of Applied Sciences an Methoden, die Unternehmen helfen, unter Unsicherheit bessere Entscheidungen zu treffen. Mathematik, Wirtschaft und Machine Learning bilden dafür die Grundlage. Ein Porträt zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft.
Wissenschaft, die wirkt
Märchenbücher mochte sie als Kind weniger - dafür umso mehr logische Aufgaben und Denkspiele. "Zahlen erzählen Geschichten - vom Chaos bis zur Struktur. Entscheidend ist, sie richtig zu lesen," erläutert Burkina ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf.
Sie studierte am physikalisch mathematischen Gymnasium, lehrte und forschte im Bereich Business Analytics und kam über das Krisenunterstützungsprogramm "Ukrainian Scientists in CDG Research Units" der Christian Doppler Forschungsgesellschaft nach Vorarlberg. Geprägt von einem "außergewöhnlichen" Mathematiklehrer, der mehr als Mentor und weniger als Lehrender fungierte und einer Familie, in der Wissenschaft Alltag war, wurde aus Leidenschaft Beruf: Mathematik, Business Analytics und Machine Learning.
Im Josef Ressel Zentrum für Robuste Entscheidungen am Forschungszentrum Business Informatics der FHV arbeitet sie im Team von Michael Hellwig daran, Analytics , Machine Learning und Optimierungsansätze für ESG relevante Szenarien zu entwickeln - von belastbaren Geschäftsmodellen bis zu Risikoanalysen. Eine prägende Erfahrung war die Integration der CO2 Bepreisung in Stresstests des österreichischen Bankensektors.
Zusammenfassend sagt sie: "Mathematik schafft Klarheit, Wirtschaft stellt die richtigen Fragen, und Programmierung setzt Modelle in funktionierende Anwendungen um. Am Ende geht es nicht darum, die Zukunft exakt vorherzusagen, sondern Entscheidungen robuster zu machen."
Robuste Entscheidungen im Alltag
Wie eng Data Science und Alltag verbunden sind, zeigt sich für Burkina in einer privaten Situation besonders deutlich: Als ihre Tochter eine Atemallergie entwickelte, wurde aus einer Belastung eine datenbasierte Fragestellung. Welche Maßnahmen wirken wirklich? Wie lassen sich Luftreiniger, Klimageräte und Lüftungsrhythmen so steuern, dass die Belastung sinkt und der Energieverbrauch niedrig bleibt?
"Solche Situationen zeigen, wie wichtig robuste Entscheidungen sind", sagt Burkina. "Es geht nicht um die perfekte Vorhersage, sondern darum, trotz Unsicherheit verantwortungsvoll handeln zu können."
Lehre, die Türen öffnet
Parallel zur Forschung lehrt Burkina Operations Research im Bachelor Internationale Betriebswirtschaft. Der Kurs ist bewusst praxisnah gestaltet. "Wir nennen den Kurs: 'Unlocking Business Potential: The Strategic Power of Operations Research'. Studierende arbeiten an Fallstudien und erleben, wie aus trockenen Zahlen Strategien werden. Data Science ist kreativ und das überrascht viele."
Neugier als roter Faden
Wissenschaft ist für sie auch Teil der Familienkultur. Ihre Tochter programmierte bereits mit sechs Jahren mit ihr Roboter und baute elektronische Modelle. "Kinder brauchen vor allem Neugier, kein Vorwissen. Wer fragt und ausprobiert, ist bereits mitten in der Wissenschaft", sagt Burkina. Mädchen in der Wissenschaft ermutigt sie, "keine Angst vor Komplexität zu haben".
Vorarlberg als Forschungsstandort
Vorarlberg schätzt sie als Region mit hoher Lebensqualität und einer Forschungskultur, die schnell in die Anwendung führt. "Neue Ideen werden hier nicht nur diskutiert, sondern ausprobiert und dies oft in Kooperation mit regionalen Partnern." Sie verbindet den Standort Vorarlberg mit Natur, Verlässlichkeit und Innovationsfreude. Und dieser erlaubt, was ihr wichtig ist: Wissenschaft, die relevant ist - im Unternehmen, im Alltag und für die nächste Generation.
Kontakt: Natalia Burkina Forschungszentrum Business Informatics FHV - Vorarlberg University of Applied Sciences +43/5572 792 7113 natalia.burkina@fhv.at Mag. Birgit Krampl F&E-Kommunikationsmanagerin Forschungsservice T +43 5572 792 3703 | birgit.krampl@fhv.at www.fhv.at